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Kursempfehlungen

Derzeit habe ich fast alle Japanisch-Kurse abgeschlossen, die man als Nicht-Japanologe besuchen kann. Hier meine Kommentare zum LV-Angebot in Wien, zur Orientierung für jene, die gedenken sich ebenfalls mit der japanischen Sprache zu beschäftigen ohne es gleich zu inskripieren:
Holubowsky's spannendes "Japanisch für AnfängerInnen" (Uni Wien):
EinsteigerInnenkurs, bei dem zuerst Unmassen an Studierenden antanzen, zumeist mit Anime-T-Shirt, die aber dann genauso schnell wieder verschwinden, sobald sie dann merken, dass man um Japanisch zu lernen auch die Schrift lernen sollte, die eben nicht unserem Zeichen-Alphabeth entspricht.
Holobowsky ist ein Meister der kulturellen Randbemerkungen, die aufgrund großer Wiederholungswahrscheinlichkeit sehr schnell zum Kult werden. Der Baron der Japanologie! Er beeindruckt durch umfangreiches Wissen um Land und Kultur und auch mit seinem Schreibstil von Kanjis, die an baron'sche Tafelbilder erinnern (KennerInnen wissen, was ich meine). Sprachkompetenz erhält man keine, da die Übung aus Vorlesen besteht und aktive Kommunikation nicht betrieben wird, jedoch lernt man gut die Schrift.
Resumé: Gut zum Erlangen von Schriftkompetenz und Wissen über japanische Gepflogenheiten
Simoncsic's lustiger Mnemocode: "Japanisch für Ingenieure" (TU Wien):
Hier erhält man tolle Zusammenfassungen der japanischen Grammatik und lernt einen - nicht ganz unnützen - Mnemocode, der einem ermöglicht, alle japanischen Zeichen in relativ kurzer Zeit zu entziffern. Für die Praxis ist natürlich fraglich, ob man bei seinem Japanurlaub immer ein zehn Kilo schweres Mnemocode-Wörterbuch im Rucksack rumschleppen will, das noch dazu an die 120 EUR kostet.
Aber auch, wenn einen der Code nicht interessiert, ist dieser Kurs allein schon wegen der tollen Grammatikzusammenfassungen (und wegen fast liebenswerten sexistischen Bemerkungen) besuchenswert! Die Schrift und die Sprache lernt man hier jedoch nicht. Nach diesem Kurs hat man in der Regel alle Grundkonzepte verstanden, aber kann NICHTS damit anfangen.
Resumé: Grammatik satt, keine Konversation, kein (Vor-)Lesen, aber eine absolut tolle Ergänzung / Grundlage zu anderen Kursen. Großer Spaßfaktor!
Michiko Bacowsky's liebenswerter Kurs "Japanisch für AnfängerInnen" (WU-Wien):
Im kuschelig kleinem Rahmen (meist so an die 15 Studierenden) beantwort die immer bemühte Dr. Michiko Bacowsky alle Studierendenfragen und seien diese auch noch so unsinnig oder abwegig. Besonders toll ist die vielen Sprachübungen, die man permanent machen muss.
Im Gegensatz zu den anderen Kursen ist hier wirkliches Japanisch-Sprechen gefragt! Bacowsky fordert, aber überfordert nie. Witzig wird Kommunikation eingeübt, für spezielle (An-)fragen von Studierendenseiten nimmt sie sich immer Zeit. Selten gut sind jedoch die Grammatikerklärungen, die wegen ihrer mangelten Deutschkenntnisse nicht immer verständlich sind.
Resumé: Ideal um Kommunikation zu lernen, jedoch für Grammatikerklärungen möge man besser andere Kurse besuchen. Unglaublich bemühte Vortragende mit viel Humor!
Zusammenfassung:
Tja, wenn du also wissen willst, welchen Kurs du besuchen sollst, kann ich nur antworten: ALLE! Jeder hat seine Stärken und Schwächen. Am besten ist die Kombination aus allen drei Kursen, da man dann alles lernt: Schreiben (Holubowsky), Sprechen (Bacowsky), Grammatik (Simoncsics). Eine ideale Reihenfolge wäre vermutlich Simoncsics => Holubowsky => Bacowsky => Japanticket. Aber bevor du überhaupt etwas anfangst, lies erst mal das!
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