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Die deutsche Schreibschrift

Antiqua

Die deutschen Schreibschriften entstanden aus der Fraktur, welche die Schreibmeister des 15. und 16. Jahrhunderts zu einer zügig zu schreibenden Verkehrsschrift formten. So schufen sie die Kurrent (lat. currere = laufen) und als Aktenreinschrift die Kanzlei. Ende des 18. Jahrhunderts erzwang der sehr betonte Schwellzug der englischen Schreibschrift eine Änderung des breitgeschnittenen Gänsekiels in einen spitzgeschnittenen. Ein spitzer Kiel schreibt sich schnell ab und mühsam musste man immer wieder nachschneiden. Die Stahlfeder brachte hier zwar Erleichterung, blieb aber dennoch schwer beherrschbar.

Unziale
Textur
Kursive

Erst im 20. Jahrhundert entstanden die uns heute bekannten Federtypen wie Gleichzugfeder (Redisfeder), Kugelspitzfeder und Bandzugfeder (auch Breit- oder Wechselzugfeder). Sie erlaubten endlich Schriftmeistern wie Ludwig Sütterlin oder Rudolf Koch die deutsche Schreibschrift zu reformieren. Dennoch, der Streit ob Fraktur oder Antiqua blieb. Entschieden wurde dieser 1941, als die lateinische Druck- und Schreibschrift, die "Normalschrift" eingeführt und die gebrochene Schrift verboten wurde.

Fraktur
Schreibschrift

Wer sich heute für die deutsche Schreibschrift entscheidet, tut dies aus Liebhaberei oder weil er alte Dokumente und Unterlagen lesen will.

Die Kurrent wird mit der Spitzfeder geschrieben. Durch den täglichen Gebrauch erlangten die Schreiber die heutzutage bewunderte Gleichmäßigkeit und Eleganz.

Doch bevor wir beginnen, noch ein paar Worte zum langen s - für deutsche Scheibschriften unumgänglich!

  • Das runde s kann nur am Ende eines Wortes oder einer Silbe stehen! Darum auch "Schluß-s"!
  • Doppelrundes s gibt es nicht!
  • Das lange s steht im Wortinneren und am Silbenschluß, sollte die nachfolgende Silbe mit einem s oder p beginnen, außer bei Wortfugen (Wach-stube/Wachs-tube)(1.lang, 2.rund).
  • Das scharfe ß wird als Ligatur aus langem  s und hochgestelltem z geschrieben.

Das kleine "e" sollte sehr eng geschrieben werden! Der u-Bogen ist unerlässlich und muß sich klar von i-Punkten, ä-, ö- und ü- Strichen unterscheiden.

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Erneut zur lateinischen Schreibschrift.

Deutsche Schreibschrift - Sütterlin und Koch

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