mein First Light am 60 cm RC des Leopold Figl Observatoriums der Universität Wien

Vor einem Jahr stellte ich beim Inst. für Astronomie der Uni Wien den Antrag, die Teleskope des Leopold Figl Observatoriums am Schöpfl im Wienerwald nutzen zu dürfen, was zu meiner großen Freude auch genehmigt wurde. Dann gab es etliche Verzögerungen durch vorher notwendige technische Einschulungen und Sicherheitseinweisungen, Erneuerung der Stromanlage, schlechtes Wetter im Herbst 2009 und eingefrorene Kuppeln im Winter. Aber am 7.4.2010 gab es endlich die erste Beobachtungsnacht. Die Koll. DDr. Posch und DI. Wrba waren mit mir vor Ort.

Leopold Figl Observatorium [20100407-001.jpg]
Das Leopold Figl Observatorium am Schöpfl, vorne die Kuppel des 1,5 m
Teleskopes (das größte in Österreich), hinten die Kuppel des 60 cm Teleskopes.

1,5 m Teleskop des Leopold Figl Observatorium [20100120-011.jpg]
Das 1,5 m Teleskop in voller Pracht.

Leopold Figl Observatorium [20100407-003.jpg]
Das Gebäude des 60 cm Teleskopes.

Foto des 60 cm Teleskopes folgt.

Leopold Figl Observatorium, Sternstrichspuren [20100407-005.jpg]
Sternstrichspuren über dem Gebäude des 1,5 m Teleskopes. (80 Min.)
(Veröffentlich in "Sterne und Weltraum" 2010/10 S.94)

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Die fotografischen Bedingungen an diesem Abend waren durchschnittlich, die Durchsicht war zwar sehr gut aber das Seeing mittelmäßig bis schlecht.
Für mein First Light am 60 cm RC waren nur ein paar Tests geplant denn bei der techn. Einweisung hatte ich schon gesehen, dass die Optik mit Staub belastet war und lt. Bericht einer Studentin war auch die Nachführung nicht sonderlich genau und wie bei prof. Teleskopen üblich gibt es keine Autoguiderschnittstelle.
Für die Fotos habe ich meine für Astro umgebaute Canon EOS 5D-a mit ISO 800 verwendet. Auch das Fokussieren war schwierig wegen des schlechten Seeings und weil die 5D kein LiveView hat.

Sirius [20100407-803.jpg]
Das Foto zeigt Sirius mit dem gesamten Bildfeld der EOS 5D. Die 2 minütige Aufnahme
belegt anhand der Lichtstreuung eindrucksvoll den Verschmutzungsgrad der Optik.

Zur Kontrolle der Nachführgenauigkeit machte ich dann jeweils mehrere Aufnahmen mit 30 Sek., 1 Min. und 2 Min. Bei 2 Min. gab es auch bei nicht kritischer Bewertung der Fotos mehr als 50% Ausschuss. Trotz 5 m Brennweite ist das kein gutes Ergebnis. Schade.

Orionnebel [20100407-804.jpg]
Orionnebel. EOS 5D-a, 2x 2 Min. Volles Bildfeld.

NGC2392 Eskimonebel [20100407-805.jpg]
NGC2392 Eskimonebel. EOS 5D-a, 4x 2 Min. Ausschnitt 1:1.

Fazit: Das 60/500 cm RC hat Potenzial und macht auch am KB-Bildformat der EOS 5D eine gute Figur aber eine Reinigung oder gar Neubelegung der Spiegel steht an. Die ungenaue Montierung bekommt man mangels Autoguidingschnittstelle wohl nur mit einer Advanced Optics (z.B. SBIG) in den Griff.
Erwähnt muss natürlich werden, dass dieses Teleskop ursprünglich nur für Fotometrie konzipiert war, was keine großen Anforderungen an die Nachführgenauigkeit und optische Qualität stellt. Weiters war das Teleskop fast ein Jahrzehnt stillgelegt und wurde 2008 von DDr. Posch als Nachführplattform für einen kleinen Refraktor revitalisiert.


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