Arten der Inhibition
Parameter
zur Beschreibung einer Inhibition
unvollständige
Hemmung
IC50
Inhibitionskonstante
Ki, Cheng-Prusoff correction
Abhängigkeit
der IC50 von der KD
Definition
der Ki als Gleichgewichtskonstante
Einfluß
eines kompetitiven Inhibitors auf die Sättigungsfunktion
Herleitung
der Cheng-Prusoff correction
Sättigungs-
und Hemmkurven linear und logarithmisch
Hill plot
Hill Koeffizient
Rechenbeispiel
für nH = 3
Cheng-Prusoff
correction für nH > 1
Um die
Wechselwirkung einer Testsubstanz mit einer bestimmten Bindungsstelle zu
untersuchen, bieten sich im Prinzip 2 Möglichkeiten an:
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1.
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Man kann die Testsubstanz selbst radioaktiv
markieren (am bequemsten mit 3H), oder
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2.
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man überprüft, welchen Einfluß
die Substanz auf die Bindung eines anderen Radioliganden hat.
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Als Radioligand
eignet sich eine Substanz erst bei Affinitätskonstanten von 100 nM und
darunter. Bei schwächeren Affinitäten müßte man so hohe
Konzentrationen einsetzen, daß der größte Teil der Ligandmoleküle
unspezifisch binden würde. Als beste Strategie ist daher zunächst
der 2. Weg zu empfehlen, und erst wenn man auf diese Weise einige hochaffine
Substanzen identifizieren konnte, kann man daran gehen, eine von ihnen mit
3H zu markieren (bzw. markieren zu lassen).
Die Verfügbarkeit einer direkt markierten Testsubstanz
bietet allerdings einen großen Vorteil: Man braucht nicht zu wissen,
an welche Bindungsstelle die Substanz bindet. Stellt man hochaffine Bindung
fest, kann man versuchen, die Bindungsstelle pharmakologisch zu charakterisieren,
durch den Einsatz einer Palette nicht-markierter Liganden aller in Frage kommenden
Bindungsstellen. Manchmal entdeckt man auf diese Weise auch neue Bindungsstellen.
Diese Vorgangsweise wählt man oft bei Substanzen mit ausgeprägter
physiologischen Wirkung (meist Agonisten), dessen Mechanismus man ergründen
möchte. Es war z.B. selbstverständlich, stark excitatorisch wirkende
Substanzen radioaktiv zu markieren ([3H]Kainsäure, [3H]AMPA,
[3H]Glutaminsäure). Auch Morphin und Nicotin wurden selbstverständlich
mit 3H markiert und erfolgreich zur Charakterisierung von Bindungsstellen
eingesetzt.
Sucht man nach neuen Liganden für einen bestimmten Rezeptor,
so setzt man nur einen oder 2 für diesen Rezeptor beschriebene Radioliganden
ein und überprüft, ob die Testsubstanzen die Bindung des Radioliganden
hemmen. Stellt man eine Hemmung fest, so ist das allein noch kein Beweis
dafür, daß die Testsubstanz an dieselbe Bindungsstelle bindet
wie der Radioligand. Für eine Hemmung gibt es mehrere Erklärungsmöglichkeiten:
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1.
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Die Testsubstanz bindet an dieselbe
Bindungsstelle wie der Radioligand: kompetitive Hemmung.
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2.
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Die Testsubstanz bindet an eine andere
Stelle des Rezeptors, führt zu einer Konformationsänderung und
hemmt dadurch die Bindung des Radioliganden: nicht-kompetitive
Hemmung (manchmal auch als allosterische Hemmung bezeichnet).
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3.
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Bei hoher Konzentration können
viele Testsubstanzen auf Rezeptorproteine eine Detergenz-artige
Wirkung haben (Veränderung der Konformation, meist irreversibel).
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Eine
kompetitive Hemmung läßt sich daran erkennen, daß das Ausmaß
der Hemmung von der Konzentration des Radioliganden abhängt: je höher
die Konzentration des Radioliganden, desto schwächer wirkt ein kompetitiver
Antagonist.
Jede Hemmung, egal ob kompetitiv oder nicht-kompetitiv, ob
Hemmung einer Bindung, einer Enzymaktivität oder irgendeines physiologischen
Effektes, läßt sich immer durch 3 Größen charakterisieren:
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1.
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Das maximale Ausmaß
der Hemmung
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2.
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Die Inhibitorkonzentration, die zu einer
halbmaximalen Hemmung führt ('IC50')
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3.
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Die Steilheit der Hemmkurve ('Hill-Koeffizient', nH)
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ad 1. Im häufigsten Fall können Inhibitoren
bei ausreichender Konzentration vollständig
hemmen. Mögliche Ursachen für unvollständige
Hemmung:
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Inhibitor bindet an anderer Stelle (allosterisch)
und bewirkt dadurch eine schwächere Bindung; selbst eine Sättigung
durch den Inhibitor kann die Bindung des Radioliganden nicht vollständig
blockieren (ein Fall von nicht-kompetitiver Hemmung).
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Der Radioligand bindet gleich gut an
2 verschiedene Bindungsstellen, der Inhibitor aber nur an eine von ihnen
(kompetitive Hemmung an einer Rezeptor-Subpopulation).
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Der Inhibitor führt zu einer Erhöhung
der unspezifischen Bindung (leicht festzustellen).
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ad 2. Im Idealfall gehorcht die Hemmung einer Bindung
(oder irgend eines anderen Phänomens) durch einen Inhibitor (I), der
bei ausreichend hoher Konzentration vollständig hemmt, einem einfachen
Gesetz:
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BL(I)
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= BLo - BLo . I/(I + IC50)
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= BLo . IC50/(IC50 + I)
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I.........Inhibitorkonzentration
BLo...gebundener Radioligand in Abwesenheit
des Inhibitors
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Da die
Stärke eines kompetitiven Inhibitors von der Konzentration des Radioliganden
abhängt, muß gemeinsam mit der IC50 auch immer die
Konzentration des Radioliganden angegeben werden, bei der die IC50
bestimmt wurde. Eine von der Radioligand-Konzentration
unabhängige Größe zur Beschreibung der Stärke eines Inhibitors
ist die Inhibitionskonstante (Ki):
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Ki = IC50/(1 + L/KD)
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Die Cheng-Prusoff-correction
gibt die Beziehung zwischen Ki und IC50 an.
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Je niedriger die Ligandkonzentration,
desto ähnlicher wird die IC50 der Ki. Im Idealfall
sollte die IC50 linear von der Ligandkonzentration
abhängen:
IC50 =
Ki + L . Ki/KD
Auf diese Weise lassen sich zugleich
Ki des Inhibitors (Ordinatenabschnitt) und KD des Radioliganden
(Abszissenabschnitt, negativ) bestimmen.
Für die Abbildung wurden Ki
mit 1 µM und KD mit 3 nM angenommen.
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Für
die Bestimmung von Ki -Werten genügt es meistens, die IC50
bei einer einzigen Ligandkonzentration zu bestimmen. Die KD muß
man nur hie und da mitbestimmen, um sicher zu gehen, daß die Versuchsbedingungen
konstant sind.
Die Ki wird analog zur Gleichgewichtskonstanten
eines Radioliganden (KD) definiert und ist die Gleichgewichtskonstante der als Dissoziation des Inhibitors von der Bindungsstelle
geschrieben Reaktion
Ligand
und Inhibitor wetteifern gleichzeitig um dieselbe Bindungsstelle
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Sättigung mit Ligand
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Sättigung mit Inhibitor
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| BL → B + L
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BI → B +
I |
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KD = B . L/BL
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Ki = B . I/BI
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Es gilt
jederzeit B + BL + BI = BM . Substitution
von B durch BM
- BL - BI:
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(1)
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KD = (BM - BL - BI) . L/BL
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(2)
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Ki = (BM - BL - BI) . I/BI
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gesucht:
Abhängigkeit der Bindung BL von L und I
Strategie:
BI aus Gleichung (2) berechnen, Ergebnis in Gleichung (1) einsetzen
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Sättigung mit
Ligand
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Sättigung mit
Inhibitor
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BL = (BM
- BI) . L/(KD + L)
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BI = (BM - BL) . I/(Ki + I)
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BL . (KD
+ L)
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= L . (BM - BI)
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= L . [BM - I . (BM - BL)/(Ki + I)]
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= L . (BM . Ki
+ BM . I - BM . I + BL
. I)/(Ki + I)
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BL . (KD
+ L) . (Ki + I)
|
= L . BM . Ki
+ L . BL . I
|
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BL . (KD
. Ki + KD . I + L . Ki + L . I - L . I)
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= L . BM . Ki
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BL
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= BM . L . Ki/[L
. Ki + KD . (Ki + I)]
|
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= BM . L/[L + KD
. (1 + I/Ki)]
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Herleitung
der Cheng-Prusoff correction (Beziehung zwischen
IC50 und Ki): 2 Gleichungen beschreiben die Abhängigkeit
der Bindung (BL) von der Konzentration eines kompetitiven Inhibitors (I):
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deskriptiv
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analytisch
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BL = BM . L/(L + KD) . IC50/(IC50
+ I)
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BL = BM
. L/[L + KD . (1 + I/Ki)]
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BM . L/(L + KD) = BLo
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BM . L/(L + KD)
. IC50/(IC50 + I)
|
= BM
. L/[L + KD . (1 + I/Ki)] |
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IC50
. [L + KD . (1 + I/Ki)]
|
= (L + KD) . (IC50
+ I)
|
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IC50 . (L + KD) + IC50
. KD . I/Ki
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= IC50
. (L + KD) + I . (L + KD)
|
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IC50
. KD . I
|
= Ki . I . (L + KD)
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Ki
|
= IC50 . KD /
(L + KD)
|
|
= IC50 / (1 + L/KD)
Cheng-Prusoff correction
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ad 3. Beim Hill-Koeffizienten
geht es um die Gestalt von Hemm- und Sättigungsfunktionen. Wir setzen
uns daher parallel mit der Gestalt beider Funktionen auseinander.
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Sättigung (Abhängigkeit
von Ligandkonzentration)
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Hemmung (Abhängigkeit
von Inhibitorkonzentration)
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BL(L) = BM
. L/(L + KD)
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BL(I) = BLo . IC50/(IC50
+ I)
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arithmetische
Darstellung:
Es handelt
sich in beiden Fällen um Hyperbeln; eine Asymptote ist die x-Achse bzw.
eine Parallele zur x-Achse; die Anfangssteigung (bzw. das Anfangsgefälle)
ist jeweils strichliert eingezeichnet und beträgt BM/KD
bzw. - BLo/IC50.
logarithmische
Darstellung:
Beide
Kurven haben sigmoiden Charakter und einen Wendepunkt bei 50% maximaler Bindung.
Der entsprechende Abszissenwert ist der Logarithmus von KD bzw
von IC50.
Für beide Funktionen läßt
sich eine linearisierte Darstellung erhalten:
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Sättigung
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Hemmung
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BL . L + BL . KD
= BM . L
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BL . IC50
+ BL . I = BLo . IC50
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L . (BM
- BL) = BL . KD
|
IC50 .
(BLo - BL) = BL . I
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BL/(BM
- BL) = L/KD
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BL/(BLo - BL)
= IC50/I
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log[BL/(BM
- BL)] = - log KD + log L
|
log[BL/(BLo - BL)]
= log IC50 - log I
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linearisierte Darstellung,
Hill-plot:
log KD bzw.
log IC50 können als Abszissenabschnitt abgelesen werden.
In den
linearisierten Darstellungen sollte die Steigung der Geraden eigentlich immer
1 bzw. (-1) sein (es steht kein Faktor vor log[L]
bzw. vor log[I]). In der Praxis beobachtet man
häufig Abweichungen von der Einheitssteigung, sowohl nach oben als auch
nach unten. Eine realistischere Beschreibung der experimentellen Befunde wird
durch Einführung eines Exponenten erzielt, des Hill-Koeffizienten, symbolisiert durch nH:
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Sättigung
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Hemmung
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log[BL/(BM
- BL)] = - nH . log KD
+ nH . log L
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log[BL/(BLo - BL)
= nH . log IC50 - nH . log I
|
Immer
noch können log KD bzw. log IC50 als Abszissenabschnitt
abgelesen werden (der Ordinatenabschnitt ist jetzt um den Faktor nH
verändert!). Rückführung der linearisierten logarithmischen
Darstellungen in die ursprünglichen Gleichungen unter Mitnahme der eben
eingeführten Hill-Koeffizienten ergibt:
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BL(L) = BM
. LnH/(LnH + KDnH)
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BL(I) = BLo . IC50nH/(IC50nH + InH)
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Was bedeuten unterschiedliche
Hill-Koeffizienten für die Gestalt von Hemmkurven ?
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nH > 1: positive Kooperativität
Die Bindung eines Moleküls erleichtert
die Bindung eines oder mehrerer weiterer Moleküle (steile Kurve).
nH< 1: negative Kooperativität
Die Bindung eines Moleküls erschwert
die Bindung eines oder mehrerer weiterer Moleküle (flache Kurve); oder
Bindung an 2 oder mehrere Bindungsstellen mit unterschiedlicher Affinität.
|
Konkretes
Beispiel für positive Kooperativität: Die Bindung eines Radioligandmoleküls
soll die Bindung weiterer stark erleichtern (Sättigungskurve mit nH
> 1).
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Bindung des 1. Moleküls
|
Bindung des 2. Moleküls
|
Bindung des 3. Moleküls
|
| B + L → BL
|
|
BL2
+ L → BL3
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[B] . [L]/[BL]
= K1
|
[BL] . [L]/[BL2]
= K2
|
[BL2]
. [L]/[BL3] = K3
|
K1,
K2, K3 sind die Dissoziationsgleichgewichtskonstanten
(KD) der 3 Prozesse. Daraus folgt:
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K1 . K2
. K3
|
= [B] . [L]3/[BL3]
|
|
= (BM
- [BL] - [BL2] - [BL3]) . [L]3/[BL3] |
Die Gleichung
läßt sich vereinfachen, wenn [BL] und [BL2] <<
[BL3] sind, d.h. wenn die Bindung des ersten Ligandmoleküls
die Bindung weiterer so stark begünstigt, daß im Gleichgewicht
praktisch nur vollständig besetzte Bindungsstellen (in diesem Beispiel
BL3) vorliegen (exakte Lösung: siehe TIPS 17, 403).
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K1
. K2 . K3
|
= (BM
- [BL3]) . [L]3/[BL3] |
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[BL3]/(BM - [BL3])
|
= [L]3/(K1 . K2
. K3) |
|
log[BL3]/(BM
- [BL3])
|
= - 3 . log (K1 . K2 . K3)1/3
+ 3 . log [L] |
Für
dieses spezielle Beispiel ergibt sich also ein nH
= 3; die scheinbare Affinitätskonstante der Bindung entpuppt
sich als geometrisches Mittel der Affinitätskonstanten der beteiligten
Prozesse. Analoges läßt sich für beliebig viele gebundene
Ligandmoleküle pro Bindungsstelle herleiten, immer unter der Vorraussetzung,
daß inkomplett besetzte Bindungsstellen im Gleichgewicht keine Rolle
spielen. Da diese Voraussetzung in der Praxis nie ganz erfüllt ist,
ergeben sich nur selten wirklich ganzzahlige Hill-Koeffizienten (meistens
liegen sie zwischen 0.7 und 1.4).
Vorsicht: Manche der hier vorgestellten
mathematischen Zusammenhänge gelten nur für den einfachsten Fall
(Hill-Koeffizient = 1). Cheng-Prusoff-correction für den Fall eines Agonisten
mit positiv-cooperativer Stimulationskurve (nH > 1, TIPS 14,
110):
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Ki = IC50/{[2
+ (L/KD)nH]1/nH - 1}
|
| nH ... Hillkoeffizient
des Agonisten, mit dem der Inhibitor in Kompetition steht |
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