Kap.
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8:_Noradrenalin,_Dopamin_und_Serotonin
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Inhalt

Noradrenalin, Dopamin, Serotonin
Prazosin, Rauwolscin
Idazoxan, RX 821002, 2-BFI, non-adrenoceptor-imidazoline(NAI)-Bindungsstelle
Dihydroalprenolol, Jodocyanopindolol diazirin, CGP 26505, ICI-118.551
Nisoxetin
Spiperon, Sulpirid
Clozapin, L-750.667
7-OH-DPAT, 5-OH-PIPAT
SCH 23390, SCH 23982
WIN 35428
Ketanserin
8-OH-DPAT, 8-OH-PIPAT
DOB, DOI
Granisetron, RS 23597-190
Citalopram

Alle 3 biogenen Amine stehen als 3H-Liganden hoher spezifischer Aktivität zur Verfügung:
[3H]Noradrenalin
natürliches Noradrenalin
[3H]Dopamin
[3H]Serotonin ([3H]5HT)
KD (Razemat)
3-10 nM
Filtrationstechnik
selten verwendet
L (-) R-Isomer
KD 2 nM
Inkubation 30 min
bei 25°C
Filtrationstechnik
KD 5 nM
Inkubation 10-12 min
bei 37°C
Filtrationstechnik
Als physiologische Agonisten binden alle 3 Radioliganden an sämtliche Subtypen der entsprechenden Rezeptorart, allerdings mit unterschiedlicher Affinität; bei niedriger Konzentration (hoher Anteil an spezifischer Bindung) können manche Subtypen relativ selektiv markiert werden (Beispiel: 5HT1-Rezeptoren mit [3H]5HT). Die Verwendung dieser Radioliganden geht mit einigen Problemen einher:
1. Instabilität gegenüber membrangebundener Monoaminoxidase (MAO);
Abhilfe: Zusatz eines MAO-Hemmer (z.B. 10 µM Pargyline).
2. Empfindlichkeit gegenüber Luftsauerstoff; Bildung von 3H-markierten Oxidationsprodukten mit verwirrendem Bindungsverhalten (hochaffine Bindung, nicht hemmbar mit klassischen Amin-Antagonisten). Abhilfen: Zusatz von 0.5-5 mM Ascorbinsäure; unspezifische Bindung soll nicht mit Überschuß des unmarkierten Liganden, sondern mit anderer Substanz mit hoher Affinität zur Bindungsstelle bestimmt werden.
3. 'Bindung' durch Aufnahme in Membrankompartimente via uptake-carrier. Abhilfen: kein Na+ zusetzen (im Gegenteil, Zusatz von 1 mM EDTA), Zusatz eines spezifischen uptake-blockers (z.B. 1 mM Fluoxetine bei [3H]5HT-binding).
Die größte Bedeutung hat [3H]5HT, mit selektiv hoher Affinität zu 5HT1-Rezeptoren (hohe Affinität für [3H]5HT war seinerzeit die Definition für 5HT1-Rezeptoren). Man unterscheidet 5HT1A-,5HT1B- und 5HT1D-Rezeptoren, mit einer Reihe selektiver Liganden.
Weitere Liganden für Noradrenalin-Bindungsstellen: 1946 unterscheidet Ahlquist zum ersten Mal zwischen
alpha- und beta-Rezeptoren [TIPS 17,245; 1996]. Im Folgenden werden nur solche Radioliganden angeführt, die aus bestimmten Gründen wie Selektivität, niedrigem Preis oder Photoreaktivität besonders interessant erscheinen:
[3H]Prazosin

[125J]Jodoarylazidoprazosin
KD = 0.1-0.5 nM
Filtrationstechnik
erlaubt Photoaffinitätsmarkierung
Prazosin ist ein Arzneimittel mit bekannt selektiver alpha1-antagonistischer Wirkung.

[3H]Rauwolscine
Naturstoff, Diastereoisomer (a) des Yohimbine; beide sind alpha2-Antagonisten, Rauwolscine ist selektiver und hat die stärkere Affinität, bindet aber auch an 5HT1A-Rezeptoren.
KD = 0.25-4 nM, Filtrationstechnik

Clonidin
(Agonist)
[3H]Idazoxan
(Antagonist)
[3H]RX 821002 (2- methoxy-Idazoxan)
2(2-Benzofuranyl)-2 -imidazolin (2-BFI)
Idazoxan und RX 821002 sind vom Clonidine abgeleitete alpha2-Antagonisten (Bedingungen für [3H]Idazoxan: Inkubation 2 h bei 4°C, oder 30 min bei 21°C; Filtrationstechnik; KD 0.8 nM). [3H]Idazoxan (nicht [3H]RX 821002) markiert zusätzlich eine 'non-adrenoceptor-imidazoline (NAI)'-Bindungsstelle (Bedeutung? Clonidin wirkt auf alpha2- und auf NAI-Bindungsstellen). 2-BFI bindet nur noch an NAI-Bindungsstellen.
[3H]Dihydro- alprenolol
[125J]Jodocyano- pindolol diazirin
[3H]CGP 26505
[3H]ICI-118.551 (±) (Tocris)
beta-Antagonist
beta-Antagonist
beta1-Antagonist
beta2-Antagonist
Alle Radioliganden besitzen hohe Affinität (KD = 0.5-2 nM), geeignet für die Filtrationstechnik. Am preiswertesten ist das nicht-selektive Dihydroalprenolol; das Diazirin-Derivat des Pindolol (fetter Teil des Formelbildes, nicht-selektiv) erlaubt Photoaffinitätsmarkierung, bindet allerdings auch an 5HT1A-Rezeptoren.
[3H]Nisoxetin
KD = 0.8-4 nM
Inkubation 2h bei 4°C, in Gegenwart von 100-300 mM NaCl
Filtrationstechnik
Bindet selektiv an uptake-site für Noradrenalin

Weitere Radioliganden für Dopamin-Bindungsstellen:
[3H]Spiperon (= [3H]Spiroperidol)
vom Haloperidol abgeleitet:
KD = 0.1-2 nM
Inkubation 1 h bei 20°C
oder 30 min bei 37°C
Filtrationstechnik
Bindet an D2-Rezeptoren, aber mit gleicher Affinität auch an 5HT2-Rezeptoren; selektive Markierung von D2-Rezeptoren möglich bei Zusatz eines nicht-markierten 5HT2-Liganden (z.B. Ketanserin). [3H]Spiperon ist der preiswerteste und am häufigsten eingesetzte Radioligand für D2-Bindungsstellen; wird auch mit 125J markiert angeboten (anstelle von F). Über den Einsatz als Antipsychotika, siehe Ian Chovil's homepage.
[3H]Sulpirid                                                                                                       ähnlich: [3H]Racloprid
KD =1-2 nM; die besten Resultate werden mit 120 mM NaCl erhalten; Filtrationstechnik.
Bindet nur an D2-Rezeptoren (nicht an 5HT2-Rezeptoren),
ist aber doppelt so teuer wie [3H]Spiperon.

[3H]Clozapin
D4-Antagonisten
[125J]L-750.667

Clozapin wirkt antipsychotisch
ohne extrapyramidale Nebenwirkungen
KD 9 nM, Filtrationstechnik;
Selektivität gering (gegenüber D2 < 10-fach).

L-750.667 wesentlich potenter (KD 0.1 nM)
und selektiver (> 1000-fach).
Keine therapeutische Wirkung.

R(+)[3H]7-OH-DPAT (Dipropylaminotetralin)
[3H]5-OH-PIPAT
(Propyl-Iodo-Propenyl-AT)
[3H]PD 128907
Amersham / Tocris

KD = 0.5 - 6 nM
Filtrationstechnik
Selektive D3-Agonisten (7-OH-DPAT verliert Selektivität in Anwesenheit von 10 mM MgCl2, EJP 272, R1); andererseits verhindert die Anwesenheit von Gpp(NH)p and NaCl die zusätzliche Bindung an 5HT1A und D2 Rezeptoren (Burris et al. 1994, JPET 268:935). D3-Rezeptoren sind - zumindest in bestimmten Hirnregionen - präsynaptische Dopamin-Autorezeptoren. 5-OH-PIPAT: siehe Vessotskie et al. (1997) Brain Res. 778, 89; ähnliche Eigenschaften: 7-OH-PIPAT.
[3H]SCH 23390 (±) [125J]SCH 23982 (+) (Benzazepine)
KD < 1 nM
Filtrationstechnik
Selektive D1-Antagonisten; binden auch an 5HT2-Rezeptoren. Über D1-Rezeptoren stimuliert Dopamin die Bildung von cAMP.
[3H]WIN 35428 ein Analog des Cocain:
KD 8 nM
Inkubation 1 h bei 4°C
100-300 mM NaCl
Filtrationstechnik
Bindet an uptake-sites für Dopamin.

Weitere Radioliganden für Serotonin-Bindungsstellen:

[3H]Ketanserin
KD 1 nM
Inkubation 1 h bei 23°C
Filtrationstechnik
Klassischer 5HT2-Antagonist; nicht billig; in Gegenwart von 1 µM des selektiven D2-Antagonisten Sulpirid markiert das wesentlich billigere [3H]Spiperon ebenfalls selektiv 5HT2-Bindungsstellen.Bei der Membran-Präparation darf kein Detergens verwendet werden, da sonst die Bindung verloren geht.
(±)[3H]8-OH-DPAT
R[125J]8-OH-PIPAT
8-OH-DiPropylAminoTetralin ist ein selektiver Agonist für 5HT1A-Rezeptoren; das 125J-markierte (R)-Propyl- IodoPropenylAmino-Tetralin (Doppelbindung!) bindet stärker (KD = 0.1 nM; Chirality 7, 452; 1995) als das 3H-markierte Razemat (KD = 6 nM).
5HT1A-Rezeptoren hemmen die Ausschüttung von 5HT (hemmen die Bildung von cAMP).
4-Br- & 4-J-2,5-Dimethoxyphenyl-2-propanamin (DOB & DOI)
5HT2A-Agonisten, Liganden für high affinity state des Rezeptors
X = Br: [3H]DOB; X = J: [3H]DOI
Amphetamin-Derivate (DOB: DiOxyBrom; DOI: DiOxyJod)
Sehr potente Halluzinogene

[3H]BRL 43694, Granisetron
[3H]RS 23597-190
KD 1.7 nM
selektiv für 5HT3-Rezeptoren
die einzigen ionotropen Rezeptoren für Serotonin (alle anderen mit G-Protein gekoppelt)
KD = 25 - 100 pM
selektiv für 5HT4-Rezeptoren (metabotroper Rezeptor, hohe Affinität von 5HT selbst; cAMP); bindet auch an Sigma-Bindungsstellen (sigma1, 4 nM)

[3H]Citalopram
KD 0.8 nM
Filtrationstechnik
Antidepressivum, hochselektiver 5HT-uptake blocker
Radioligand für 5HT-uptake sites

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