Who wants
to live
forever?
1-2-3-4-5-6-7-8-9-Die Liebe-Stichworte
9. 1. Die Liebe.
9. 2. Der Schatz im Inneren.
9. 3. Das Wichtigste auf der Welt.
9. 4. Und ich meine damit nicht die Nettigkeit.
9. 5. Nichts bedeutet uns soviel wie andere Menschen.
9. 6. Der Ausweg aus der leiblichen Beschränktheit als Einzelwesen.
9. 7. Das Belohnungssystem im Gehirn.
9. 8. Sex als Droge.
9. 9. Die Sünde schlechthin.
9.10. Vorschriften? Nein, danke.
9.11. Die Scham.
9.12. Unangenehme Gefühle?
9.13. Alles ist relativ.
9.14. Wir sind nicht allein.
9.15. Die Einsamkeit.
9.16. Kommunikations-Ersatz für die Massen.
9.17. Die quälende Last eines schlechten Gewissens.
9.18. Rätselhafter Zustand des Verliebtseins.
9.19. Die Nähe Gottes.

9.1. Die Liebe.
"Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich wie ein tönend Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntnisse und hätte allen Glauben, also daß ich Berge versetzte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib darben und hätte die Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze... Glaube, Hoffnung, Liebe... die Liebe ist die größte unter ihnen." So schreibt Paulus in seinem 1. Brief an die Korinther (Kapitel 13), und es ist vor allem der mutigen Übertragung durch Martin Luther zu verdanken, daß gerade die deutschsprachige Fassung eine poetische Kraft ausstrahlt, die dem sensiblen Leser Tränen in die Augen treiben kann, vor allem, wenn es da auch heißt: "Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie stellt sich nicht ungebärdig, sie sucht nicht ihren Vorteil, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freut sich der Wahrheit." Und weiter: "Sie verträgt alles, sie glaubt alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf..." Was war denn so mutig an der Übersetzung Luthers? Luther hat dort, wo der lateinische Text caritas und der englische Text charity verwendet, nicht etwa ein Wort wie Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Wohltätigkeit oder Güte eingesetzt, nein: er griff gleich zum Stärksten, was die deutsche Sprache zu bieten hat, während in der lateinischen Fassung caritas vorgezogen wurde dem stärkeren amor, und in der englische (wohl in Anlehnung daran) charity dem stärkeren love. Zum Glück verfügt das Deutsche (anders als das Englische) über kein vom lateinischen caritas abgeleitetes Wort. T

9.2. Der Schatz im Inneren.
Die Worte des Paulus sind in den letzten zweitausend Jahren schon durch viele Hände gegangen, aber sie erreichen uns noch immer. Wir verstehen, was Paulus gemeint hat, und wir spüren auch, daß Luther bei seiner Übersetzung die rechte Wahl getroffen hat. Im Vergleich dazu nehmen sich die lateinische und die englische Fassung kraftlos aus. Wir spüren physisch etwas bei der Lektüre dieser Passage, in unseren Herzen. Und dabei geht es nicht um Edelmut und Selbstlosigkeit, um Opferbereitschaft und Freigiebigkeit. Es geht um die Entdeckung des Schatzes, den jeder Mensch in seinem Inneren trägt; es geht um diese Entdeckung nicht so sehr bei sich selbst, sondern bei den anderen. Und es geht in letzter Konsequenz darum, daß es nicht mehr darauf ankommt, wo man diesen Schatz entdeckt, denn er ist ewig und überall, und an niemanden Bestimmten gebunden. T

9.3. Das Wichtigste auf der Welt.
Nichts kann uns so aus der Fassung bringen wie die Liebe. Sie nimmt uns die Konzentrationsfähigkeit, sie läßt uns herumstottern, den Faden verlieren, rot werden; aber sie kann auch unsere Kräfte verdoppeln, unsere Einstellung zum Leben verwandeln, kann uns dazu bringen, Mühen und Plagen auf uns zu nehmen jenseits aller Vernunft. Und ein großer Teil jener, die sich das Leben nehmen, tut das aus enttäuschter Liebe. Alle Menschen träumen von ihr, sehnen sich nach ihr, halten sie für das Wichtigste in ihrem Lebensplan, oft schon von Kindheit an. Wie viele Tränen werden wegen ihr vergossen, wie viele glückliche Momente aus ihr geschöpft! Fast ist man versucht zu sagen: Liebe gut, alles gut. T

9.4. Und ich meine damit nicht die Nettigkeit.
All das, was hier über die Liebe gesagt wurde, wird wohl jeder Mensch bestätigen können. Wenn es allerdings darum geht, genau zu erklären, was Liebe ist, müssen wir passen. Wir wissen nur: Sie macht uns froh (ohne Grund), wir streben nach ihr, wir suchen sie, wir brauchen sie. "Wahre Liebe" wird nicht um des eigenen Vorteils Willen gesucht, sondern sie trifft uns wie ein Naturereignis, wie ein Blitzstrahl aus dem Himmel. Wir sind ihr hilflos ausgeliefert, sie stellt uns nach Belieben als lächerliche Dummköpfe hin, und im nächsten Moment als die unumschränkten Beherrscher der Welt. Was auch immer wir Menschen vollbringen auf dieser Erde, die Liebe hat noch jeden ins Wanken gebracht. Und wenn ich all das sage, dann meine ich damit nicht die Herzensgüte, nicht die Wohltätigkeit, nicht die Barmherzigkeit und auch nicht Freundlichkeit, Wertschätzung, Hochachtung oder Nettigkeit - lauter schöne Charaktereigenschaften, zu denen man sich aufschwingen kann und soll - nein, ich meine jenes Gefühl, das einen Menschen fortreißen kann wie die mächtige Strömung eines Flusses, das einen Menschen dazu bringen kann, sich selbst aufzugeben und über den eigenen Schatten zu springen. T

9.5. Nichts bedeutet uns soviel wie andere Menschen.
Wir haben schon weiter oben davon gesprochen, daß es für uns Menschen nichts Faszinierenderes gibt als andere Menschen, vor allem wenn sie ein gewisses Maß an Eigenständigkeit an den Tag legen. Bei allem, was wir tun, scheinen wir uns unaufhörlich zu fragen: "Was werden die anderen dazu sagen?" Die meisten Dinge im Leben machen wir für andere Menschen, um von Menschen gelobt zu werden (vor allem von bestimmten Menschen). Andere Menschen, und die Wertschätzung, die sie uns entgegenbringen, ist für alle von uns das Wichtigste im Leben. Und es ist auch das, was im Leben am schwersten zu erreichen ist, vor allem, da wir besonderen Wert darauf zu legen scheinen, von jenen geschätzt zu werden, die am schwierigsten zu berechnen sind. Irgend etwas scheint uns an anderen Menschen anzuziehen, auf eine Weise, die über das rein Körperliche hinausgeht. Auch wenn wir uns dem äußeren Eindruck, den ein Mensch auf uns macht, nicht ohne weiteres verschließen können, so ist doch das, was ein Mensch sagt oder tut, wichtiger als nur das äußere Erscheinungsbild. Es soll zwar so etwas geben wie "Liebe auf den ersten Blick", aber meistens resultiert die Liebe aus gemeinsamen Erlebnissen, die über einen Blick weit hinausgehen. T

9.6. Der Ausweg aus der leiblichen Beschränktheit als Einzelwesen.
Jeder, der sich verliebt, fühlt sich zunächst wie verloren und verdammt, der Verzweiflung näher als einem Glücksgefühl. Und doch sucht man das Gefühl immer wieder, auch wenn es noch so verunsichernd ist. Wir wollen verunsichert werden, wenigstens ab und zu, wir wollen jammern und klagen, uns sehnen und verzehren, und manchmal ist uns zum Schreien und zum Heulen zumute. Und insgeheim wissen wir in solchen Situationen, daß es gut ist, daß es so sein muß, und wenn das Leben in eintöniger Gleichmäßigkeit und Sicherheit dahinplätschert, sehnen wir uns nach diesen dramatischen Momenten. In unserer Erinnerung werden Episoden, in denen auf Momente der größten Angst und Verzweiflung solche des größten Glücks gefolgt sind, zu den Schlüsselszenen unserer Lebensgeschichte (wohl nicht zuletzt auch deshalb, weil wir sie uns am besten merken können, siehe oben). Und meistens haben sie mit einem anderen Menschen zu tun. Was auch immer diese rätselhafte Liebe ist, eines ist klar: wir haben keine Verfügungsgewalt über sie, solange wir uns als Einzelwesen verstehen. Erst wenn wir bereit sind, unsere wahre Identität außerhalb unserer leiblichen Beschränktheit zu vermuten, erst dann können wir uns davor retten, ein Leben lang wie ein Hund an der Leine der Liebe vorgeführt zu werden. Dann können wir uns nicht nur vor ihr retten, sondern wir können uns ihr auch vorbehaltlos überlassen, uns an ihr erfreuen und mit ihr das Dasein als gut und schön genießen. T

9.7. Das Belohnungssystem im Gehirn.
Immer wenn von Liebe die Rede ist denken wir Menschen unausweichlich an Sex. Die Ausdrücke "Liebe machen" und "sich lieben" stehen quasi synonym für den Vollzug des Geschlechtsaktes. Dafür gibt es eine natürliche Erklärung. So wie bei allen anderen Wirbeltieren auch, sorgt die Erregung einer bestimmten Gruppe von Nervenzellen in unserem Gehirn dafür, daß wir uns wohl fühlen. Dieses Signal vermittelt uns das Erlebnis von Erfolg, von Belohnung, von Lust. Quasi als gemeinsame Endstrecke steht es am Ende eines gelösten Problems ebenso wie es uns die Befriedigung eines Bedürfnisses signalisiert. Die neurobiologischen Grundlagen dieses Belohnungssystems (Englisch: reward) sind gegenwärtig Gegenstand intensiver Forschungen, vor allem wegen eines engen Zusammenhangs mit der Abhängigkeit von Drogen wie Heroin, Kokain, Alkohol und Nikotin. Wir können die Nervenzellen des Belohnungssystems in unserem Gehirn auch künstlich stimulieren (z.B. mit Heroin) und fühlen uns dann genauso wohl als wären wir erfolgreich gewesen. Solange uns die Möglichkeit dieser künstlichen "Befriedigung" offen steht, ist es uns vollkommen egal, was im Leben wirklich passiert. Wir sind dann bereit, alles zu tun, um uns das (künstliche) Erfolgserlebnis zu verschaffen. Unser Gehirn ist nicht in der Lage, das Erfolgserlebnis als ein künstliches zu erkennen. Im Allgemeinen ist die Prognose von Drogenabhängigen schlecht. Nur sehr wenige (weniger als 1%?) können aus eigener Kraft wieder davon loskommen. Die Medizin spricht heute in zunehmendem Maß nicht mehr von Süchtigen, sondern von Drogenkranken, denen geholfen werden muß. T

9.8. Sex als Droge.
Beim Geschlechtsakt geschieht im Gehirn etwas sehr Ähnliches wie bei der Verabreichung von abhängig machenden Drogen (addictive drugs): praktisch in den gleichen Hirnregionen laufen die gleichen neurochemischen Prozesse ab. Ebenso wie wir abhängig werden können von Drogen, werden wir auch abhängig von anderen Vorgängen und Manipulationen, die das Erfolgszentrum im Gehirn erregen, z.B. von der Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel, und von Vorgängen, die zu sexueller Erregung und Befriedigung führen. Es ist zwar nicht üblich, Liebeskranke einer medizinischen Behandlung zuzuführen, wohl aber jene, die in weiterer Folge "endogene Depressionen" entwickeln. Die Weltliteratur ist zum Bersten voll mit der Beschreibung dieser Zusammenhänge, und seit Menschengedenken empfinden wir es als faszinierend, aber auch als beschämend und erniedrigend, diesem Gefühl hilflos ausgeliefert zu sein. Wann immer die Rede von Sexualität ist, muß auch unsere Abhängigkeit von sexueller Befriedigung zur Sprache kommen. T

9.9. Die Sünde schlechthin.
In der christlichen Literatur hatte dieses Thema immer schon einen besonders hohen Stellenwert und zieht sich wie ein roter Faden durch die Kirchengeschichte. Von Paulus über Augustinus bis herauf in unsere Zeit galt sexuelle Lust immer schon als Paradebeispiel für sündhaftes Verhalten, und gelegentlich entsteht der Eindruck, daß sie sogar bei Eheleuten mehr als notwendiges Übel und nicht als Grund zur Freude gesehen wurde und leider oft noch wird. Deutlich sichtbar wird das an der ablehnenden Haltung der Amtskirche gegenüber der Empfängnisverhütung. Laut Lehrmeinung zeichnet sich ein guter Christenmensch offenbar dadurch aus, daß er sich jederzeit beherrschen kann. Es ist auch durchaus etwas dran an dieser Position. Und dennoch soll doch gerade die Liebe die größte aller christlichen Tugenden sein! Ein Mißverständnis? Sollte mit "Liebe" vielleicht doch nur die Herzensgüte und die Barmherzigkeit gemeint sein? Martin Luther war da offenbar ganz anderer Meinung. Auch vom Zölibat hat er ja bekanntlich herzlich wenig gehalten. Diese beiden Positionen stehen einander auch heute noch mißtrauisch und feindselig gegenüber wie eh und je: Auf der einen Seite herrscht die Überzeugung vor, die leiblichen Triebe müßten durch die Einhaltung strenger Vorschriften im Zaum gehalten werden, auf der anderen Seite die Gewißheit, jeder müsse für sich allein entscheiden, was recht und was unrecht ist. T

9.10. Vorschriften? Nein, danke.
Das Erlösungswerk Jesu hat die Entscheidungsgewalt darüber, was gut und was böse ist, in unser Inneres verlegt. Die Entscheidung über unsere sexuellen Aktivitäten ist davon nicht ausgenommen. Wenn wir uns so oder anders verhalten, dann nicht deshalb, weil wir uns einem Gesetz verpflichtet fühlen, sondern weil wir uns nach unserer inneren Stimme, nach unserem Gewissen richten. Darin besteht ja gerade die Erlösung. Dennoch ist unser Gewissen nicht nur einfach unsere Privatangelegenheit, die mit niemandem etwas zu tun hat. Es hängt eng zusammen mit dem Gewissen aller Menschen, die wir kennen. Deshalb schreibt auch Paulus, daß wir das Gewissen der anderen achten und niemanden wegen seiner Sitten und Gebräuche vor den Kopf stoßen sollen. T

9.11. Die Scham.
Die Liebe, die die Schrift meint, ist mehr als nur die verzweifelte Sehnsucht nach unserer eigenen einsamen Lust, deren Befriedigung nie von langer Dauer ist (siehe das Gespräch Jesu mit der Frau am Brunnen). Die Zufriedenheit schwindet dahin und weicht schon bald wieder der Sehnsucht nach neuer Lust. Aber genau das wissen wir Menschen von selbst, auch wenn uns das niemand gelehrt hat. Wir brauchen niemanden, der uns darüber Vorschriften macht. Dieses geheime, spontane, ganz private Wissen um die Nichtigkeit und Sinnlosigkeit der eitlen Selbstgefälligkeit hat einen Namen, so alt wie das Nachdenken des Menschen über sich selbst: Wir bezeichnen es als Scham. T

9.12. Unangenehme Gefühle?
Das Gefühl der Scham ist ein merkwürdiges Phänomen. Es ist eines jener Gefühle, das wir kaum unter Kontrolle haben. Und wenn wir es beschreiben oder gar erklären sollen, kommen wir ziemlich ins Grübeln. Angenehm ist es jedenfalls nicht. Keiner will sich schämen, aber gelegentlich passiert es uns einfach. Situationen, die Scham hervorrufen, sind uns peinlich. Auch dieses Wort bringt nicht mehr zum Ausdruck als daß es sich um etwas Unangenehmes handelt (Pein). In der Bibel wird berichtet daß die ersten Menschen, nachdem sie (gegen das ausdrückliche Gebot Gottes) vom "Baum der Erkenntnis" gegessen hatten, sich ihrer Nacktheit schämten (siehe oben). Ist es uns tatsächlich unangenehm, nackt zu sein? Wiederholt ist später in der Bibel von der Scham die Rede, die "aufzudecken" strengen Regeln unterworfen war. Auch im modernen Sprachgebrauch steht das Wort Scham oft in direktem Zusammenhang mit den Genitalien. Scham muß aber nicht unbedingt in diesem Zusammenhang gesehen werden, denn wir wissen aus Erfahrung, daß wir uns auch in ganz anderen Situationen schämen können. Jeder, der sich einmal dazu durchgerungen hat, einen Badestrand aufzusuchen, an dem es allgemein üblich ist, unbekleidet zu baden, wird bestätigen können, daß man sich seiner Nacktheit nicht notwendiger Weise schämen muß, selbst wenn wir uns völlig fremden Menschen gegenüber sehen. Die meisten Leute kommentieren übereinstimmend: "Es ist nichts dabei. Es ist ganz normal." Was entscheidet dann darüber, ob wir uns schämen oder nicht? Offenbar ist es nicht die Nacktheit selbst, die uns unangenehm ist, sondern eher das, was andere von ihr denken könnten. Solange wir uns mit unserer Nacktheit innerhalb einer allgemein akzeptierten Konvention bewegen, haben wir dabei keine unangenehmen Gefühle. T

9.13. Alles ist relativ.
Die Scham hat also mehr mit Konventionen als mit objektiven Äußerlichkeiten zu tun und scheint eine Rolle bei der zwischenmenschlichen Kommunikation zu spielen. Das Schamgefühl ist nichts Absolutes, sondern es teilt uns etwas mit über unser Verhältnis, unser Bezogensein zu den Mitmenschen. Wenn ich mich im eklatanten Widerspruch zu gesellschaftlichen Konventionen befinde und z.B. splitternackt einkaufen gehe (wohlgemerkt: nicht in einem FKK-Urlauberdorf), so muß ich dabei gegen sehr unangenehme Gefühle ankämpfen. Das für mich Unangenehme bestünde jedoch nicht in meiner Nacktheit an sich (vorausgesetzt, es wäre nicht allzu kalt...), sondern in der Empörung meiner Umgebung. Man kann also ein und dasselbe tun, und einmal schämt man sich dessen, und einmal nicht. Die entscheidende Frage scheint nur zu sein, was die anderen dazu sagen könnten. Damit ist das Schamgefühl ein sehr komplexer Begriff. Es hängt nicht nur von den anderen ab, sondern auch von unserer Einstellung ihnen gegenüber. Nur weil sich andere über eine unserer Verhaltensweisen entrüsten, müssen in uns noch keine unangenehmen Gefühle aufkommen. Oft können wir das sogar recht amüsant finden. Bei manchen Leuten kann es uns ein Bedürfnis sein, sie zu provozieren. Wir sind dann ganz guter Dinge und erinnern uns später mit Belustigung an den Vorfall. Manchmal ist es auch umgekehrt und wir empfinden erst lange Zeit später im Zusammenhang mit einem Streich, der uns im ersten Moment nur belustigt hat, dieses merkwürdige Gefühl der Scham. T

9.14. Wir sind nicht allein.
Sie hat sehr viel zu tun mit unserem Innenleben, diese Scham. Wir Menschen müssen lernen, damit umzugehen. Wir müssen ihre Stimme hören und unsere Lebensweise nach ihr richten. Sie sagt uns etwas darüber, wie wir uns unseren Mitmenschen gegenüber verhalten sollen. Es ist fast so, als würden uns die Mitmenschen mit dieser Stimme ständig rufen: Wo bist du, Bruder? Vergiß uns nicht, Schwester. Du bist nicht allein. T

9.15. Die Einsamkeit.
Nein, wir sind nicht allein, denn "es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei". Auch wenn wir manchmal das Bedürfnis danach haben, hält es niemand lange aus, allein zu sein. Einsam zu sein, verlassen, isoliert, ohne Anschluß, das alles ist traurig und negativ. Wir können uns sogar der Einsamkeit selbst schämen und geben sie nicht gerne zu. Manchmal behaupten wir, wir seien froh darüber, allein zu sein, aber das ist oft eine Lüge. Im Grunde ihres Herzens sind einsame Menschen traurig und verbittert. Der Versuch, mit anderen Menschen zusammenzuleben, kann leicht mißlingen. Passiert uns das öfter, so lassen wir uns entmutigen. Wir geben die Kommunikation auf und wollen uns nicht eingestehen, daß wir damit eigentlich das Leben selbst aufgeben. Es gibt heute mehr einsame Menschen als je zuvor. Die modernen Massenmedien machen's möglich, denn sie können unser elementares Bedürfnis nach Kommunikation wenigstens ansatzweise befriedigen. T

9.16. Kommunikations-Ersatz für die Massen.
In den "zivilisierten" Ländern der modernen Welt sitzen inzwischen schon mehr als die Hälfte aller Menschen tagtäglich stundenlang vor dem Fernseher, oft allein. Sie nehmen damit passiv an einem landesweiten Kommunikationsprozeß teil, in den sie praktisch nichts einbringen. Damit kann die immer weiter um sich greifende Einsamkeitsepidemie offenbar in erträglichen Grenzen gehalten werden. Ich konnte allerdings schon oft an mir selbst beobachten, daß mich nach einem allein verbrachten Fernsehabend, wenn ich erst spät nachts die Kraft fand, das Gerät abzustellen, ein tiefes Gefühl der Scham befiel, mit klassischen Symptomen wie Schweißausbruch und rotem Kopf, und ich die verplemperten Stunden zum Teufel wünschte. Ich schätze, daß es vielen ähnlich ergeht. Wir ärgern uns dann nicht nur wegen des versäumten Schlafes; nein, es ist ein tieferer Ärger über uns selbst. T

9.17. Die quälende Last eines schlechten Gewissens.
Scham als Ärger über uns selbst? Als die Folge einer Differenz zwischen dem, was wir für richtig halten, und dem, was wir tun (siehe Schwarz, siehe Römerbrief)? Dieses Gefühl bezeichnen wir eher als "schlechtes Gewissen" (ein mindestens ebenso geheimnisvolles Phänomen unseres Innenlebens), und mit einem schlechten Gewissen sind wir ganz allein. Zur Scham wird es erst, wenn andere Menschen mit im Spiel sind. Wenn wir etwas getan haben, das bei uns ein schlechtes Gewissen verursacht, sind wir bestrebt, es geheim zu halten, damit wir uns nicht schämen müssen. Deshalb verziehe ich mich nach einem verplemperten Fernsehabend rasch und unauffällig ins Bett, in der Hoffnung, daß es niemand merkt. Ständig trachten wir danach das, dessen wir uns schämen, unsere kleinen und großen Schwächen und Unzulänglichkeiten, vor den Mitmenschen zu verbergen. Jeder kennt dieses Gefühl; man muß dazu keine seitenlangen philosophischen Abhandlungen gelesen haben. Nur im vertrauensvollen Umgang mit dem Mitmenschen kann das, dessen wir uns schämen, seine quälende Last verlieren. Dann wird das Gefühl der Scham aufgelöst vom Gefühl einer Liebe, die nicht mehr an vorderster Stelle den eigenen Gewinn und das eigene Vergnügen sucht, sondern im menschlichen Gegenüber das sucht und findet, das unserer eigenen Innenwelt ähnlich und vertraut ist. Und im selben Maße, in dem ein anderer Mensch uns seine Geheimnisse preisgibt, erkennen wir auch unsere eigenen innersten Geheimnisse als schön und beglückend. T

9.18. Rätselhafter Zustand des Verliebtseins.
Es gibt zwar eine einfache biologische Erklärung dafür, warum wir beim Geschlechtsakt Lust empfinden (siehe oben), weniger klar ist allerdings, woher das Glücksgefühl rührt, das wir im Zustand des sogenannten "Verliebtseins" empfinden und das sich durchaus von der körperlich-sexuellen Erregung unterscheiden läßt. Woher kommt dieses Gefühl? Warum sind sich alle Menschen darin einig, daß dieses Gefühl das Schönste ist, das uns passieren kann? Warum haben wir so offensichtlich keinerlei Gewalt darüber? Wir können es weder absichtsvoll herbeiführen, noch können wir ihm entfliehen. Alle Verliebten auf dieser Welt werden allein durch ihre Verliebtheit ins Recht gesetzt, und was aus Liebe geschieht, wird immer verziehen. Das ist die Liebe, die die Schrift meint. Das ist die Liebe, die wir in unseren Herzen spüren. Jedem wird sie zuteil, egal ob arm oder reich, ob dumm oder gescheit. Warum empfinden wir es als beglückend, wenn wir einem anderen Menschen unsere tiefsten Geheimnisse vertrauensvoll mitteilen können? T

9.19. Die Nähe Gottes.
Gott hat uns nicht verlassen. Ganz im Gegenteil: er ist ganz dicht an uns herangekommen. Im Zustand der Liebe ahnen wir seine Größe. T


 
 






















Nachbemerkung


Nach alldem, was wir hier dargelegt haben, erhebt sich zuletzt die Frage, warum aus dem Erlösungswerk Jesu diese Kirche werden mußte, der die Gesetze immer noch lieber sind als die Erlösung selbst. Es gibt dafür eine ebenso einfache wie ernüchternde Erklärung: Den meisten "Christen" fehlt einfach das Grundverständnis für den Erlösungsgedanken. Da sie nicht verstehen, müssen sie glauben wie in alten Zeiten. Für sie ist ihre Religion immer noch ein Geflecht aus undurchschaubaren Vorschriften. Sie sind Gläubige im eigentlichen Sinne des Wortes. Auch wenn wir bei genauer Analyse feststellen müssen, daß diesem sogenannten Christentum ein paar wesentliche Elemente einer tatsächlichen Erlösungsreligion in den letzten 1500 Jahren abhanden gekommen sind, bleibt es dennoch eine Religionsgemeinschaft, die respektiert werden sollte. Wir sollten niemanden wegen seines Glaubens vor den Kopf stoßen und es mit dem Apostel Paulus halten, der an seine Freunde in Korinth schrieb, "weder den Juden noch den Griechen einen Anstoß zu geben" und allen "in allen Dingen zu Gefallen zu sein". Wenn z.B. die Anhänger der katholischen Kirche es unschicklich finden, daß eine Frau die Messe zelebriert, so sollten wir uns nicht einmischen. Wir sollten uns auch über niemanden lustig machen, der an ein Weiterleben nach dem Tod glaubt, und niemanden verurteilen, der die künstliche Empfängnisverhütung mit seinem Glauben nicht vereinbaren kann. Auch der Schreiber dieser Zeilen gehörte einmal dieser Kirche an (de iure bis zum heutigen Tag). Hat er sich verwandelt beim Denken der Gedanken, die hier zusammengefaßt sind? Wie man aus der Kirchengeschichte lernen kann, reicht es nicht aus, sich mit Texten und Gedanken zu befassen. Religion ist mehr als das und hat vor allem eine praktische Dimension, eine Dimension des Handelns, der zwischenmenschlichen Interaktion. Die angestrebte Erlösung von den irdischen Verstrickungen muß "das Gewand des Irdischen anziehen", muß sich irdischer Instrumente und irdischer Symbole bedienen. Die Erlösung braucht Augen und Ohren, Hände und Füße, Worte, Blicke, Fäuste und Umarmungen. Damit landet jeder Versuch, den Erlösungsgedanken im Rahmen einer Kirche zu tradieren, automatisch bei der Institution von praktischen Gesellschaftsstrukturen, deren Weg nicht immer vom lückenlosen Verständnis aller Beteiligten begleitet sein wird (siehe oben). Das ist der Preis der Praxis. Aus dem stillen Kämmerlein kann die Menschheit nicht erlöst werden. Auch für sich selbst muß man mehr tun als nur einen Text zu Papier zu bringen. Man muß ihn anderen mitteilen, und erst damit beginnt wirklich etwas zu geschehen, was Folgen haben kann. Auch dem bestgemeinten religiösen Text kann es nicht erspart bleiben, mißverstanden zu werden; aber es bleibt immer die Hoffnung, daß er wenigstens von einigen verstanden wird und damit dem Geist, aus dem er entstehen konnte, zum Weiterleben verhilft.

MB 5/99

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Anmerkungen


Si linguis hominum loquar et angelorum caritatem autem non habeam factus sum velut aes sonans aut cymbalum tinniens... (Vulgata). R, T

Though I speak with the tongues of men and of angels, and have not charity, I am become as sounding brass, or a tinkling cymbal (King James Version; in der "New International Version" wurde 'charity' durch 'love' ersetzt. R

Jenen, die den griechischen Originaltext ins Lateinische übertragen haben, ist allerdings kein Vorwurf zu machen, denn im Original ist eigentlich gar nicht von Liebe die Rede. Mit dem Wort caritas wurde das griechische agaph (agape) übersetzt, ein Wort das im griechischen Sprachgebrauch keineswegs synonym mit Liebe war und mit dem ursprünglich das gemeinsame Abendessen der frühchristlichen Gemeinschaft bezeichnet wurde. R

P.A.Garris et al. (1999) Dissociation of dopamine release in the nucleus accumbens from intracranial self-stimulation. Nature 398, 67-69. R.Spanagel & F.Weiss (1999) The dopamine hypothesis of reward: past and current status. TINS 22/11, 521-527. R

B.Fumero et al. (1994) Changes in monoamine turnover in forebrain areas associated with masculine sexual behavior: a microdialysis study. Brain Res. 662, 233-239. J.B.Becker et al. (2001) The Role of Dopamine in the Nucleus Accumbens and Striatum during Sexual Behavior in the Female Rat. J. Neurosci. 21: 3236-3241. R

Wie heißt es doch so schön in dem alten Schlager von Boris Bukowski (damals mit der Gruppe Magic), der wohl hinreichend Erfahrung mit beiden Phänomenen gehabt hat: "Du bist wie Kokain, Kokain, baust mich auf und machst mich hin; du bist wie Kokain, Kokain, krieg dich nicht mehr aus dem Sinn"... R, T

1.Kor. 7: 1-2 (... Es ist gut für den Mann, keine Frau zu berühren. Aber um Unzucht zu vermeiden, soll jeder seine eigene Frau haben und jede Frau ihren eigenen Mann). R

1.Kor. 10: 27-33: Wenn euch einer von den Ungläubigen einlädt und ihr wollt hingehen, so eßt alles, was euch vorgesetzt wird, und forscht nicht nach, damit ihr das Gewissen nicht beschwert. Wenn aber jemand zu euch sagen würde: Das ist Opferfleisch, so eßt nicht davon, um dessentwillen, der es euch gesagt hat, und damit ihr das Gewissen nicht beschwert. Ich rede aber nicht von deinem eigenen Gewissen, sondern von dem des andern. Denn warum sollte ich das Gewissen eines andern über meine Freiheit urteilen lassen? Wenn ich's mit Danksagung genieße, was soll ich mich dann wegen etwas verlästern lassen, wofür ich danke? Ob ihr nun eßt oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre. Erregt keinen Anstoß, weder bei den Juden noch bei den Griechen noch bei der Gemeinde Gottes, so wie auch ich jedermann in allem zu Gefallen lebe und suche nicht, was mir, sondern was vielen dient, damit sie gerettet werden. R, T
1. Mose 2:18 (Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei). R

... wie Adam und Eva, die sich nach dem "Sündenfall" vesteckten (1. Mose 3:8: Und sie hörten Gott den HERRN, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht Gottes des HERRN unter den Bäumen im Garten). R


Lukas 12:2-3: Es ist aber nichts verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim, was man nicht wissen wird. Darum, was ihr in der Finsternis sagt, das wird man im Licht hören; und was ihr ins Ohr flüstert in der Kammer, das wird man auf den Dächern predigen.

In jüngster Zeit bietet die Neurowissenschaft sogar dafür Erklärungen auf biologisch-neurochemischer Basis an, siehe H.E.Fisher (2000) Brains do it: Lust, attraction, and attachment. Cerebrum 2/1, 23-42. R, T


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Stichworte
Aberglaube: 2.9, 3.5, 3.8, 3.9, 3.11, 4.3, 4.10,

Afrika: 1.2, 1.27


Aha-Erlebnis: 2.12, 3.21, 4.10, 7.5

Allergie: 6.9
Angst: 1.18, 2.10, 4.6, 6.1, 9.6
Apostel: 4.10, 5.17, 7.12, 8.4, 8.5
Auferstehung: 5.22, 6.4, 7.8, 8.4, 8.5, 8.6, 8.7, 8.8, 8.9
Augustinus: 3.22, 4.3, 4.10, 4.13, 5.4, 7.11, 7.12, 9.9
Beichte: 7.6, 7.7
Berge versetzen: 8.11, 9.1
Bewußtsein: 3.9, 7.1, 7.5, 7.16
Bibel: 1.25, 1.30, 4.2, 5.2, 9.12
Bild: 4.10, 4.11, 4.12, 5.8, 5.14, 5.15, 6.10
Böse: 1.26, 1.28, 3.14, 7.10, 7.12, 7.14, 9.10
Denken: 1.3, 1.11, 1.12, 1.13, 1.23, 2.5, 3.7, 3.8, 3.14, 9.11, T


Dreifaltigkeit: 5.14, 6.11
Drogen: 2.20, 9.7, 9.8
Einsamkeit: 7.2, 9.11, 9.15, 9.16
Eiszeit: 1.24, 1.27, 1.30
Emotion: 1.16, 1.17, 1.18,1.19, 1.20, 1.21, 1.22, 1.23, 1.24, 1.26, 1.28, 2.11,9.6
Erfolg: 1.3, 1.12, 1.14, 3.9, 3.16, 9.7, 9.8
Erinnerung: 1.2, 1.15, 1.16, 1.24, 1.25, 1.29, 5.10, 5.12, 9.6, 9.13
Erkenntnis: 1.14, 1.31, 2.8, 2.11, 2.12, 2.16, 3.9, 3.14, 3.19, 3.20, 3.21, 4.12, 4.13, 5.8, 6.11, 9.1, 9.12
Erlösung: 5.10, 5.11, 5.21, 6.1, 6.2, 8.11, 9.10
Erziehung: 3.14, 5.1, 7.15
Evangelien: 1.31, 5.17, 5.18, 5.20, 5.23, 8.4, 8.5,8.6, 8.8
Ewiges Leben: 1.6, 2.18, 3.11, 4.4, 8.2, 8.11, 9.2
Fernsehen: 2.2, 2.6, 2.18, 2.20, 9.16, 9.17
Freiheit: 2.10, 5.2, 6.1, T
Frohe Botschaft: 5.18, 5.22, 6.10
Geburt: 1.27, 2.5, 2.7, 5.19, 5.23, 6.3
Gedächtnis: 1.15, 1.16, 1.18, 1.25
Gefühl: 1.17, 1.28, 2.10, 7.2, 7.6, 9.4, 9.6, 9.8, 9.12, 9.13, 9.16, 9.17, 9.18
Gehirn: 1.3, 1.17, 1.27, 9.7, 9.8
Geschichte: 5.22, 6.1, 9.6
Gesetz: 1.6, 3.13, 3.15, 3.18, 4.4, 5.4, 5.11, 7.10, 7.12, 7.13, 8.2, 9.10
Gewissen: 5.11, 9.10, 9.17
Glaube: 3.19, 4.5, 4.6, 4.10, 5.4, 6.1, 7.9, 7.12, 8.7, 8.8, 8.11, 9.1
Gleichnis: 4.11, 4.12, 5.8
Glück: 9.3, 9.6, 9.17, 9.18
Gott: 1.6, 1.31, 2.3, 3.2, 3.3, 3.4, 3.10, 3.11, 3.13, 3.18, 5.11, 5.12, 5.13, 6.2, 6.11, 7.4, 7.5, 8.10, 8.11, 9.19
Gottesdienst: 5.3, 6.8, T
Heiliger Geist: 4.10, 4.12, 5.14, 5.17, 5.19, 5.21, 7.6, 7.7, 7.8, 7.9
Herz: 7.2, 7.6, 7.11, 9.2, 9.15, 9.18
Himmel: 2.19, 4.10, 4.11, 5.13, 5.21, 7.6, 7.7, 7.8, 7.9, 8.1, 9.4
Holl, Adolf: 8.3, 8.4
Hund: 1.32, 9.6
Ich: 3.2, 6.6, 6.8, 7.2
Information: 1.21, 1.25, 2.1, 2.2, 2.3, 4.2
Innenwelt, -leben: 4.7, 4.9, 6.3, 6.11,7.2, 7.5, 7.9, 7.10, 7.14, 7.16, 8.4, 8.5, 8.11, 9.2, 9.10, 9.14, 9.17
Irdisches: 5.10, 6.3, 6.6, 7.8
Jammertal: 5.21
Jenseits: 5.13, 7.15
Jesus: 2.5, 2.20, 3.1, 3.22, 4.4, 4.11, 5.10, 5.11, 5.12, 5.15, 5.16, 5.17, 5.19, 7.10, 8.2, 8.5, 8.7, 8.8, 8.11
Juden: 3.2, 3.11, 3.13, 3.17, 3.18, 5.10, 6.1, 6.2
Jünger: 4.12, 5.16, 5.17, 5.20, 8.11, T
Jungfräulichkeit: 2.5, 5.23
Katechismus: 5.5
Kind: 1.27, 2.14, 2.19, 3.5, 3.6, 3.7, 3.8, 5.1, 7.2, 7.6, 9.3
Kirche: 2.19, 4.3, 4.4, 4.11, 5.1, 5.2, 5.3, 5.4, 5.5, 5.6, 5.10, 5.11, 5.12, 5.14, 5.15, 5.18, 5.22, 5.23, 5.24, 6.3, 6.8, 6.9, 7.8, 7.15, 8.9, 9.9
Kommunikation: 2.1, 2.2, 2.16, 9.13, 9.15, 9.16
Körper: 5.17, 6.3, 6.11, 7.5, 7.6, 8.1, 9.5, 9.18
Kreuzigung: 4.12, 5.17, 8.5, 8.9
Lehrer: 1.19, 1.20, 1.23, 3.20, 6.3
Liebe: 4.4, 4.6, 9.1, 9.3, 9.4, 9.5, 9.6, 9.7, 9.9, 9.11, 9.17, 9.18, 9.19
Lüge: 2.13, 3.10,3.12, 5.20, 9.15
Lust: 6.8, 9.7, 9.9, 9.11, 9.18
Luther: 4.2, 9.1, 9.2, 9.9
Maria: 5.19, 5.23
Maria Magdalena: 8.5, T
Märchen: 2.9, 2.19, 4.11, 4.12, 7.8
Materielles: 2.18, 4.7, 5.11, 6.2, 7.8, 7.9, 7.10, 8.1, 8.4
Menschwerdung: 1.28, 3.14, 5.19, 5.22, 6.11, 7.5, 8.11
Messias: 5.19, 5.20, 5.23
Moses: 3.13, 6.2
Mythen: 1.25, 1.26, 1.29, 1.30, 1.31, 2.16
Nächster, Mitmensch: 1.3, 1.28, 1.32, 3.12, 6.1, 7.2, 7.3, 9.2, 9.5, 9.6, 9.13, 9.14, 9.17
Natur: 3.8, 3.9, 9.4
Nikodemus: 8.5, 8.6, 8.8
Paradies: 1.26, 1.28, 1.29, 1.30, 1.32, 3.11, 3.14, 7.8
Paulus: 3.22, 4.3, 4.10, 4.13, 7.12, 7.13, 7.14, 9.1, 9.2, 9.9, 9.10
Pfingsten: 4.10, 5.17, 8.5
Philippus: 5.16
Propheten: 6.5, T
Rätsel: 4.13, 6.10, 7.2, 7.3, 7.5, 7.16, 9.6, 9.18
Religionsgründer: 3.18, 4.1, 4.10, 5.8, 8.9
Scham: 1.26, 1.28, 2.7, 9.8, 9.11, 9.12, 9.13, 9.14,9.15, 9.16, 9.17
Schrift: 1.10, 1.15, 1.25, 2.1, 3.13, 8.5, 9.11, 9.18
Schule: 1.19, 1.20, 3.20, 3.7, 3.8, 4.4
Schwarz, Gerhard: 7.11, 8.3, 9.17
Seele: 7.2, 7.6, 7.7, 7.8, 7.16, 8.1, 8.2, 8.9
Selbst-(Eigen-)ständigkeit: 7.3, 9.5
Sex: 1.28, 3.17, 5.23, 9.7, 9.8, 9.9, 9.10, 9.18
Sinn: 4.4, 4.11, 5.8, 5.21, 6.5, 6.6, 6.7, 6.8, 6.10, 9.11
Sintflut: 1.24, 1.25, 1.30
Sprache: 1.2, 1.10, 1.28, 1.29, 1.30, 1.31, 1.32, 3.18, 4.2, 5.8, 8.7, 8.9, 9.1, 9.12
Sünde: 6.9, 7.11, 7.12, 7.13, 7.14, 7.15, 9.9
Symbol: 5.18, 5.22, 5.23, 7.8, T
Telefon: 2.2, 6.7
Theorie: 3.8, 3.21
Tod: 1.4, 1.5, 1.8, 1.9, 1.11, 2.7, 2.18, 4.3, 4.5, 5.17, 7.6, 7.13, 7.15, 8.1, 8.2, 8.4, 8.7
Tradition: 1.10, 1.14, 1.21, 1.29, 1.31, 2.1, 2.5, 2.8, 2.16, 3.1, 3.14, 3.16, 3.18, 3.20, 3.21, 3.22, 4.1, 4.4, 4.5, 5.22, 6.8
Tränen: 9.1, 9.3
Unsterblichkeit: 8.2
Vergänglichkeit: 2.9, 6.11, 7.15
Vergnügen: 6.3, 6.5, 9.17
Vernunft: 3.11, 3.14, 9.3
Verstand: 2.5, 2.9, 2.14, 5.6, 7.6, 7.12
Vordergründig: 5.18, 5.22, 8.4, 8.5, 8.7
Vorschriften: 1.21, 2.10, 3.11, 3.12, 3.13, 3.15, 3.17, 3.22, 4.4, 4.5, 4.11, 7.12, 8.7, 9.9,9.10, 9.11
Wahrheit: 1.25, 2.13, 2.14, 2.19, 2.20, 4.1, 4.3, 4.4, 4.13, 8.11, 9.1, T
Wissen: 1.14, 1.15, 1.18, 1.19, 1.29, 2.2, 2.8, 2.9, 2.11, 2.12, 2.13, 2.18, 3.7, 3.18, 3.20, 3.21, 4.1, 4.5, 4.10, 6.5, 6.10, 9.11
Wissenschaft: 1.13, 1.29, 2.2, 2.4, 2.5, 2.9, 3.17, 4.5, 4.6, 4.8, 4.9, 7.1, 7.15, 7.16, 8.1, 8.2, 9.7
Wortsinn: 3.4, 4.10, 5.8, 7.8
Wunder: 2.3, 2.4, 2.5, 5.19, 6.2
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