Romanische Buchmalerei in Oberösterreich

(Romanesque bookpainting in Upper Austria)

Karte von Oberösterreich

Dieses FWF-Projekt (Nr. P13414-ARS) lief von 1. September 1999 bis 31. August 2002 unter der Leitung von Ao. Prof. Dr. Martina Pippal (Martina.Pippal@univie.ac.at) am Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien.

Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer detaillierten Übersicht zur romanischen Buchmalerei in Österreich in Band 4 der Geschichte der Buchkultur publiziert: F. Simader, Österreich, in: A. Fingernagel (Hrsg.), Geschichte der Buchkultur Bd. 4: Romanik, Teil 1: Buchmalerei. Graz 2007.
Geschichte der Buchkultur

Kurzbeschreibung des Projektziels:

Im Bereich des heutigen Oberösterreich befanden sich im 12. und 13. Jahrhundert zumindest neun Klosterskriptorien: Kremsmünster, Mondsee, Lambach, Garsten, Baumgartenberg, St. Florian, Reichersberg, Ranshofen und Suben; möglicherweise wurden auch in Gleink, Wilhering und Waldhausen Bücher hergestellt. Jedes dieser Skriptorien ist bereits im Hinblick auf die Anzahl und die ungefähre zeitliche Einordnung der erhaltenen romanischen Handschriften behandelt worden, doch es fehlen weiterführende Untersuchungen. Denn im Mittelpunkt des kunsthistorischen Interesses standen bislang die wenigen Handschriften mit Miniaturen und Federzeichnungen, während der Großteil der Handschriften, die nur mit Initialen geschmückt sind, kaum näher beachtet wurden. Da die Mehrzahl der "Hauptwerke" stilistisch mit Werken der Buchmalerei Salzburgs zusammenhängen, werden einige der österreichischen Skriptorien einfach als künstlerische Filiationen Salzburgs bewertet. Demgegenüber soll in diesem Forschungsvorhaben das gesamte Handschriftenmaterial aus diesem Bereich anhand der verzierten Initialen untersucht werden, um die verschiedenen Einflußströmungen hinsichtlich Ornamentik, Stil und - im Fall von figürlichen Initialen - Ikonographie aufzuzeigen. Im Hinblick auf die bestimmenden Zentren der Buchproduktion ist mit dem Einfluß der Skriptorien in Salzburg, Regensburg und Passau zu rechnen, doch sind bei einigen Handschriften auch weitreichendere Verbindungen wie z.B. nach Italien oder Frankreich anzunehmen. Andererseits ist auch der Frage nachzugehen, inwieweit bedeutendere Klöster wie Mondsee oder Lambach selbst auf die Skriptorien ihrer kleineren Nachbarn einwirkten. Die große Vielfalt an Möglichkeiten des künstlerischen Austausches soll parallel zur Erarbeitung des lokal- und ordensgeschichtlichen Hintergrundes behandelt werden, um einen Beitrag zur ganzheitlichen Erforschung der romanischen Buchmalerei im heutigen Österreich zu leisten.

Abstract:

In Upper Austria there have been at least nine monastic scriptoria during the 12th and 13th century: Kremsmünster, Mondsee, Lambach, Garsten, Baumgartenberg, St. Florian, Reichersberg, Ranshofen and Suben; maybe Gleink, Wilhering and Waldhausen had their own production too.Although each scriptorium has been subject of a brief survey concerning the rough number and dating of the surviving romanesque manuscripts, we lack a more complete art historical treatment. The small number of books illuminated with fullpage miniatures or pen drawings has always been in the centre of interest, while the majority of manuscripts whose ornamentation only consists of initials has been more or less neglected. As these "masterpieces" are mostly stilistically related to manuscripts from Salzburg, some monasteries have been simply characterized as artistic filiations of Salzburg. The purpose of this research project is to analyse the ornamental initials of the whole material from this region and to point out the different relationships of style, ornament and - in case of figurative elements - iconography. According to the artistic situation, we have to suppose influences from Salzburg, Regensburg und Passau, but beyond that the preliminary examination of some manuscripts also indicates influences from Italy or France. On the other side some of the major monasteries like Mondsee or Lambach may have been of importance in the book production of their smaller neighbours. The great variety of possibilities should be examined in connection with the local historical and ecclesiastical background to make one step further to an comprehensive history of romanesque bookpainting in Austria.

erstellt von Friedrich Simader

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