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 " MEDITATION UND MODERNE "


 

 

 

 


2 Bände,
insgesamt 1004 Seiten
Broschur mit Fadenbindung

Verlag: Königshausen und
Neumann, Würzburg 2009
ISBN 978-3-8260-4021-4

  

Pressestimmen


In den vergangenen Jahrzehnten wurde Meditation weltweit zu einem Kernbereich moderner Spiritualität. Meditation und Moderne enthält die bisher ausführlichsten Analysen zur Geschichte dieses Phänomens.
Als Hintergrund wird der Wandel der spirituellen Praxis vom Hochmittelalter bis zur Etablierung des neuzeitlichen Paradigmas von Meditation in Westeuropa nachgezeichnet. Die für die Moderne wichtigen Innovationen entstehen zunächst im außerkirchlichen Bereich mit Schwerpunkten in Nordamerika und Asien. Eine Schlüsselrolle spielt dabei im 19. Jahrhundert der Mesmerismus, der Okkultismus und New Thought sowie den modernen Yoga beeinflusst. Gemeinsam mit der Körperkultur-Bewegung wird in diesen Strömungen die Basis für die moderne Meditationskultur gelegt.
Im 20. Jahrhundert setzen Reformbemühungen in den Großkirchen, in Philosophie und Psychotherapie den Trend zur Meditation fort. Das Bekanntwerden des Zen läutet die Meditationsbewegung der 1970er und 80er Jahre ein, mit deren Darstellung das Buch endet.

 

MEDITATION UND MODERNE
Zur Genese eines Kernbereichs moderner Spiritualität in der Wechselwirkung zwischen Westeuropa, Nordamerika und Asien

EINLEITUNG

ERSTER TEIL: DIE HERAUSBILDUNG DES PARADIGMAS NEUZEITLICHER PRAXIS IN WESTEUROPA

I. Umbrüche, Reformen, Modernisierungsprozesse. Meditation und Kontemplation vom 12.-16. Jahrhundert

  1. Die Scala Claustralium als Ausgangspunkt
  2. Die Transformation des Modells der Scala Claustralium vom 13. bis zum 16. Jahrhundert
  3. Luther und Ignatius als Vereinfacher
  4. Die Neue Mystik

II. Die Meditations- und Kontemplationsbewegung des 17. Jahrhunderts

  1. Die frühneuzeitliche Meditationsbewegung
  2. Quietismus. Die frühneuzeitliche Kontemplationsbewegung und ihre Niederschlagung
  3. Caussade und Liguori. Positionen nach dem Quietismus-Streit


ZWEITER TEIL: MESMERISMUS, OKKULTISMUS, NEW THOUGHT. AUßERKIRCHLICHE WURZELN MODERNER MEDITATION IM 19. UND FRÜHEN 20. JAHRHUNDERT

III. Kontemplative Spiritualität und Yoga-Rezeption im Mesmerismus

  1. Zur Schlüsselrolle des Mesmerismus
  2. Grundlagen der Lehre vom animalischen Magnetismus
  3. Natürlicher Magnetismus, Kontemplation und Indienbezug im deutschen Mesmerismus vor Windischmann
  4. Carl Joseph H. Windischmanns mesmeristische Interpretation indischen Denkens
  5. Internationale Nachwirkungen und Neuerungen
  6. James Braid und die Transformation des Mesmerismus in Hypnose

IV. Meditation im Okkultismus

  1. Zum Begriff des Okkultismus
  2. Der Begriff der Magie im romantischen Mesmerismus
  3. Die mesmeristische Magie
  4. Die Geburt des Okkultismus aus dem Geist der mesmeristischen Magie
  5. Theosophische Meditation zwischen okkulter Praxis, Yoga-Rezeption und christlichen Modellen

V. Der Beitrag des New Thought

  1. Einführung
  2. Die Gründergestalten und ihre Lehren
  3. Heilungspraxis, Kontemplation und Metaphysik im Denken von Warren Felt Evans
  4. Soziokulturelle Horizonte des New Thought am Beginn des 20. Jahrhunderts
  5. New Thought und moderner Yoga
  6. Einzelne Meditationslehren
  7. Neugeist. Die deutsche Variante des New Thought


DRITTER TEIL: VON DER ZWISCHENKRIEGSZEIT ZUM ENDE DES 20. JAHRHUNDERTS

VI. Im Sprung gehemmt. Die Reformbemühungen der Neuscholastik

  1. Allgemeine Charakteristik der neuscholastischen Theologie der Spiritualität
  2. Die Stufen des inneren Gebets
  3. Die Rehabilitierung der Mystik
  4. Stimmen zur Reform der methodischen Meditation nach dem zweiten Weltkrieg
  5. Die Theorie der natürlichen Mystik

VII. Exerzitien

  1. Die Exerzitien in Keyserlings Schule der Weisheit
  2. Zwischen Drill und Mystik. Die Exerzitienbewegung der katholischen Kirche

VIII. Psychotherapie als Nährboden neuer Übungsweisen

  1. Einleitung
  2. Die aktive Imagination
  3. Autosuggestionslehren und ihr Einfluss am Beispiel von Couéismus und Autogenem Training
  4. Carl Happichs meditative Psychotherapie

IX. Berneuchener Bewegung und evangelische Michaelsbruderschaft

  1. Vom Vergessen und Erinnern der Meditationstradition in der evangelischen Kirche
  2. Die Berneuchener und ihre Verbindung mit Carl Happich
  3. Happichs Anleitung zur Meditation. Das Meditationsbuch der Berneuchener Bewegung
  4. Die meditative Haltung als Form des religiösen Akts bei Karl Bernhard Ritter
  5. Die Meditation der sieben Stufen, Kritik und spätere Entwicklungen

X. Die Schule der Sammlung

  1. Zur Begriffsgeschichte
  2. Sammlung als Thema der Philosophie des 20. Jahrhunderts
  3. Theorie und Praxis der Sammlung bei Romano Guardini
  4. Die Weiterführung von Guardinis Ansatz im Kontext des deutschen Oratoriums

XI. Ankunft des Zen. Karlfried Graf Dürckheim und Hugo M. Enomiya-Lassalle

  1. Anthropologie und Kultur der inneren Erfahrung bei Karlfried Graf Dürckheim
  2. Zen-Meditation für Christen. Das Experiment Hugo M. Enomiya-Lassalles

XII. Die Meditationsbewegung der 1970er und -80er Jahre

  1. Begriff und Erscheinungsbild
  2. Das Auftauchen des Begriffs „Meditationsbewegung“ im deutschen Sprachraum
  3. Neue kulturelle Umfelder der Meditations-Praxis
  4. Das historische Bewusstsein der christlichen Meditationsbewegung
  5. Ein Blick auf die quantitative Verbreitung
  6. Die Meditations-Bewegung im Spiegel der Entwicklung von Buddhismus und Yoga
  7. Meditation als Zugpferd neohinduistischer Orden
  8. Parallelen im englischsprachigen Bereich
  9. Das Ende der Meditationsbewegung

 

"YOGA AUF DEM WEG NACH WESTEN"

Beiträge zur Rezeptionsgeschichte,
Würzburg 1998

Das Buch präsentiert erstmals
in der Geschichte der
Yoga- Forschung einen
Gesamtentwurf der
Rezeptionsgeschichte von der
Antike bis in die dreißiger
Jahre unseres Jahrhunderts.

Inhaltsübersicht
Zur Methode
Zum Inhalt
Pressespiegel

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Inhaltsübersicht

Einleitung

1. Kapitel: Die Gymnosophisten - Yogins?
Zur Frage der Yoga-Rezeption in der Antike

2. Kapitel: Yoga im Mittelalter
  1. Yoga und Sufismus im Mittelalter
  2. Der Weg zum Ort des Herzens. Das hesychastische Gebet und der Yoga.
  3. Die prophetische Kabbala des Abraham Abulafia

3. Kapitel: Heiliger Gaukler, Fakir und Büßer.
Das Bild des Yogin in den frühen neuzeitlichen Reiseberichten

4. Kapitel: Yoga und die deutsche Philosophie des 19. Jahrhunderts
  1. Das Interesse an Indien zwischen Aufklärung und Romantik
  2. A. Schopenhauer und K. Chr. Krause
  3. G. W. F. Hegels Philosophie des Yoga
  4. Innigkeit. Zum Yoga in F. W. J. Schellings "Philosophie der Mythologie"
  5. Der Yoga in P. Deussens "Allgemeine Geschichte der Philosophie"
5. Kapitel: Unter Magiern und Eingeweihten. Zum Yoga in Okkultismus und Esoterik
  1. Die Bedeutung von Esoterik und Okkultismus in der modernen Geschichte der Religion
  2. Der Beginn der okkultistischen Yoga-Rezeption bei Eliphas Lévi
  3. Yoga in der Theosophie
  4. Gurdjieff und Ouspensky.Yoga und der Vierte Weg der russischen Esoterik
6. Kapitel: Ein Blick auf die moderne Reiseliteratur
  1. H.H. Evers: "Indien und Ich"
  2. J.A. Sauter: "Unter Brahminen und Parias"
  3. P. Brunton: "A Search in Secret India"
7. Kapitel: Die psychologische Interpretation des Yoga vor der Tiefenpsychologie
  1. Das rationalistische Yoga-Verständnis der Schulpsychologie des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts
  2. Das Autogene Training als rationalisierter Yoga
  3. Konzentrationstraining und Willensschulung: Die psychotechnische Variante der Yoga-Rezeption um die Jahrhundertwende Vivekânanda und Keyserling)
8. Kapitel: Die tiefenpsychologische Rezeption des Yoga
  1. O.A.H. Schmitz und sein Konzept des Yoga als Autosuggestion des ewigen Selbstes
  2. Yoga als methodische Regression in der Freud-Schule
  3. Der Yoga bei C.G. Jung
9. Kapitel: Die ersten religionsgeschichtlichen Gesamtdarstellungen des Yoga durch J.W. Hauer und M. Eliade
  1. Yoga und Indogermanentum bei J.W.Hauer
  2. Mircea Eliade: Yoga und die archaische Religiosität der eurasischen Bauernkultur.
  3. Hauer und Eliade im Vergleich Epilog

Literaturverzeichnis

Zur Methode

Auf der Basis des historischen Verlaufs der Rezeption werden die Zugangsweisen zum Yoga, die von europäischer Seite ausgebildet wurden, hermeneutisch aufgeschlossen, wobei die zeit- und milieugeschichtlichen Kontexte, die Biographie und das Indienbild der wichtigen Autoren mitberücksichtigt werden. Die Themenstellung bedingte einen Dialog mit verschiedensten Fachwissenschaften (Geschichtswissenschaften, Indologie, Ostkirchenkunde, Religionswissenschaft, Psychologie).

Zum Inhalt

Das Buch beginnt mit einer kritischen Diskussion der Hypothesen zu einer antiken Yoga-Rezeption. Theologisch besonders relevant ist das folgende, das Mittelalter behandelnde Kapitel. In seinem Mittelpunkt steht die Frage der Yogarezeption im athonitischen Hesychasmus. Es enthält eine ausführliche Interpretation des Méthodos genannten Textes aus dem Hochmittelalter, der das älteste bekannte Zeugnis für eine christliche Meditationspraxis darstellt, die wahrscheinlich vom indischen Yoga beeinflußt ist. Die in diesem Text gegebene Anleitung zum Gebet wird phänomenologisch interpretiert und mit der Yogatradition verglichen. Es wird gezeigt, daß eine Übernahme von Yogapraxis, wobei Sufis als Vermittler in Frage kommen, historisch sehr wahrscheinlich ist. Ein Kapitel über den möglichen Einfluß des Yoga auf die sogenannte ekstatische Kabbala rundet diesen Abschnitt ab.

Philosophiegeschichtliches Neuland betritt das Kapitel über die Rolle des Yoga in der deutschen Philosophie des 19. Jahrhunderts, das auf Hegel, Schopenhauer, Schelling und Deussen eingeht, die in dieser Hinsicht bisher noch nicht untersucht worden sind. In historischer und ideengeschichtlicher Hinsicht wird die unglückselige Verquickung von Indienbegeisterung und antisemitischer Ideologie herausgearbeitet, die seit dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts bei vielen namhaften Gelehrten aber auch in popularisierter Form anzutreffen ist und bei dem Religionsphilosophen und Indologen J.W. Hauer, der zugleich ein überzeugter Nationalsozialist war, einen traurigen Höhepunkt fand. Eine andere Variante dieser politisierten Form von Indien- und Yoga-Rezeption findet man bei dem jungen M. Eliade, der dem rumänischen Faschismus nahe stand. Auch ihm ist ein Kapitel des Buches gewidmet. Außerdem wird die Yoga-Rezeption in frühneuzeitlichen und modernen Reiseberichten, in Esoterik und Okkultismus sowie in der Psychologie u.a. akademische Psychologie, Freud-Schule und besonders ausführlich bei C.G. Jung behandelt. Gerade im Fall C.G. Jungs bewährt sich eine Interpretation, die Biographisches und Milieugeschichtliches einbezieht und die Yogarezeption in den Zusammenhang des allgemeinen Indienbildes, das der Autor vertritt, stellt.