LP -- AHS-Oberstufe ERSTENTWURF der Kommission vom Dezember 2002
GEOGRAPHIE UND WIRTSCHAFTSKUNDE
1. Bildungs- und Lehraufgabe >> 2. FachLP : 5. Kl. 6. Kl. 7. Kl. 8. Kl. WikuErg. WPF
Mit
seinen grundlegenden Zielen soll der Unterricht in Geographie und
Wirtschaftskunde folgenden Beitrag zu den einzelnen
Bildungsbereichen leisten:
Sprache
und Kommunikation
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Förderung der Sprachkompetenz bei der Auswertung von Texten, Bildern,
Diagrammen, topographischen und thematischen Karten sowie anderen graphischen
Darstellungsformen
-
Einbeziehung aktueller Massenmedien
-
Förderung der Diskussionskultur
Mensch
und Gesellschaft
-
Hinführen zur Urteils- und Kritikfähigkeit, zu Entscheidungs- und
Handlungskompetenzen als Beitrag zur politischen Bildung
-
Entwicklung von Toleranz gegenüber dem Anderen bzw. gegenüber
Minderheiten
-
Erkennen und Bewerten von Gegebenheiten und Entwicklungen in der Arbeits-
und Berufswelt
-
Bewertung ökonomischer Fragestellungen unter ethischen Gesichtspunkten
-
Einsicht in ökonomische Zusammenhänge, z.B. Veranlagung, Kredit,
Verschuldung, Wechselkurs, Aktienkurs
Natur
und Technik
-
Erklärung der Entstehung von Naturvorgängen und ihrer Wirkung auf
Mensch und Umwelt
-
Beschreibung der Auswirkungen klimatischer Veränderungen auf die
Lebenswelt
-
Verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt
-
Kritische Auseinandersetzung mit Statistiken, Wahrnehmen von
Manipulationsmöglichkeiten
-
Einfache Berechnungen, z.B. Maßstab, ökonomische und demographische
Kennziffern
-
Erfassen, Veranschaulichen und Interpretieren von Daten
Kreativität
und Gestaltung
-
Kreative Darstellung einfacher Sachverhalte
-
Bewusstes Wahrnehmen unterschiedlicher Lebensräume
- Förderung der Flexibilität durch Wahrnehmen und Bewerten von Lebenssituationen
.
Neben diesen allgemeinen Bildungsaufgaben zielt der Unterricht aus Geographie und Wirtschaftskunde auf folgende zentrale methodischen sowie fachlichspezifischen Kompetenzen ab:
· Methodenkompetenz
· Orientierungskompetenz
· Synthesekompetenz
· Wirtschaftskompetenz
· Umweltkompetenz
· Gesellschaftskompetenz
Zu diesen zentralen methodischen sowie fachlichspezifischen Kompetenzen lassen sich spezifische Lehraufgaben zuordnen, die den Weg zur Zielerreichung weisen. An Lehraufgaben sind zu nennen:
1. Methodenkompetenz
Geographisch – wirtschaftskundliche Informationen mit Hilfe bewährter und auch mit dem Einsatz computergestützter Verfahren gewinnen, analysieren und zielgruppenorietiert darstellen können.
2. Orientierungskompetenz
Entwicklung der Fähigkeit erworbenes Wissen und gewonnene Einsichten im privaten, beruflichen und öffentlichen Leben bei räumlichen, wirtschaftlichen und politischen Entscheidungen anwenden.
Verdichtung und Sicherung eines weltweiten topographischen Rasters um raumbezogene Informationen selbständig einordnen zu können.
3. Synthesekompetenz
Einsicht in das Wirkungsgefüge und die Dynamik des Raumes, der Wirtschaft und der Gesellschaft sowie in die zugrunde liegenden Machtstrukturen vermitteln
Die räumlichen Gegebenheiten und deren Nutzung sowie die Regelhaftigkeiten menschlichen Verhaltens in Raum, Wirtschaft und Gesellschaft aufzeigen.
Die Komplexität von Beziehungsgeflechten zwischen Natur- und Humanfaktoren erkennen und zu den Auswirkungen menschlicher Eingriffe Stellung nehmen können.
Raum Gesellschaft und Wirtschaft auch fächerübergreifend mit benachbarten natur- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen betrachten können.
4. Wirtschaftskompetenz
Verständnis grundlegender Zusammenhänge in betriebs-, volks- und weltwirtschaftlichen Bereichen sowie Kenntnis gesamtwirtschaftlicher Gesetzmäßigkeiten, Strukturen und Probleme.
Wirtschaftspolitik als wesentlichen Bestandteil der Politik erkennen, ihre Modelle und deren reale Umsetzung in unterschiedlichen Systemen einschätzen können.
Erwerb grundlegender Kenntnisse und konkrete Einblicke zu innerbetrieblichen Geschehen.
Einsicht in den Wandel der Produktionsprozesse und Verständnis für Veränderungen der Arbeits- und Berufswelt
5. Umweltkompetenz
Die Bedeutung der Wahrnehmung und Bewertung von Umwelt im weitesten Sinn für das menschliche Handeln erkennen.
Kenntnis der Probleme des Umweltschutzes aus betriebs- und volkswirtschaftlicher Sicht unter Berücksichtigung technologischer Aspekte.
Landschaften als Lebensräume ökonomisch und ökologisch einschätzen und Interessensgegen-sätze bei der Nutzung von Räumen, somit auch die Notwendigkeit von Raumordnungsmaßnahmen begründen können.
Festigung der Erziehung zur globalen Verantwortung für die „eine Welt“.
6. Gesellschaftskompetenz
Aspekte geschlechtsspezifischer Unterschiede in verschiedenen sozioökonomischen Systemen analysieren.
Die Fähigkeit erweitern, die von den Massenmedien verbreiteten politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Informationen über Österreich, Europa und die Welt kritisch beurteilen.
Die persönliche Rolle als Konsument kritisch durchleuchten und die volkswirtschaftliche Bedeutung des Konsumverhaltens erkennen.
Befähigung zur kritischen Auseinandersetzung mit lokalen und regionalen Fragestellungen
Die Qualifikation erwerben, am Bau des Neuen Europa mitzuwirken.
Durch diese Bildungs- und Lehraufgaben leistet der Unterricht aus Geographie und Wirtschaftskunde einen wesentlichen Beitrag zur Politischen Bildung.
5.
Klasse : Die
soziale, ökonomisch und ökologisch begrenzte Welt
Gliederungsprinzipien der Erde nach unterschiedlichen Sichtweisen
Lernziele:
Anhand von Karten Gliederungsmöglichkeiten der Erde nach naturräumlichen, kulturellen politischen und ökonomischen Merkmalen aufzeigen.
Einsicht gewinnen, dass Gliederungen immer einem bestimmten Zweck dienen und dass Grenzen immer Übergangszonen und darstellen die so abgegrenzten Gebiete nicht einheitlich sind.
Landschaftsökologische
Zonen der Erde
Lernziele:
Klimadaten in Diagramme umsetzen und daraus eine Klimagliederung der Erde ableiten
Wechselwirkung von Klima, Boden, Wasser und Vegetation verstehen
Landschaftsökologische Zonen der Erde hinsichtlich ihrer Tragfähigkeit bewerten.
Bevölkerung
und Gesellschaft
Lernziele:
Die Verteilung der Weltbevölkerung aus dem Modell des demographischen Überganges ableiten
Mechanismen der räumlichen und sozialen Mobilität in verschiedenen Gesellschaften erkennen.
Unterschiedliche Gesellschaftsformationen anhand der Stellung der Frau, der Behandlung von Minderheiten und der Vermögensverteilung vergleichen.
Der
Mensch und seine wirtschaftlichen Bedürfnisse
Lernziele:
Bedürfnisbefriedigung und Güterknappheit als Ursachen wirtschaftlicher Aktivitäten der Menschen erfassen.
Wirtschaftliche Ungleichheiten auf der Erde, sowie deren Ursachen und Ausmaß erkennen.
Die aufgezeigten Ungleichheiten anhand der Produktionsfaktoren (Boden, Arbeit, Kapital, Human Ressorcen) erklären.
Verflechtungen des Welthandels (Güter und Kapitalströme) aus der Verteilung der Produktionsfaktoren ableiten.
Nutzungskonflikte
an regionalen Beispielen:
Lernziele:
Erklären regionaler Konflikte über die Verfügbarkeit von knappen Ressourcen (Boden, Wasser, Bodenschätze ...)
Erfassen, wie sich Naturereignisse auf das soziale und ökonomische Gefüge unterschiedlich auswirken.
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6.
Klasse : Vielfalt
und Einheit - Das neue Europa
Raumbegriff
und Strukturierung Europas
Lernziele:
Erfassen von Bedeutung und unterschiedlichen Inhalten des Europa Begriffes.
Anhand von Karten und Bildern Gliederungen Europas nach naturräumlichen, kulturellen und ökonomischen Merkmalen durchführen.
Die wichtigsten Etappen des europäischen Integrationsprozesses kennen lernen.
Ökonomische
Inwertsetzung europäischer Großlandschaften
Lernziele:
Die Abhängigkeit landwirtschaftlicher Nutzung vom Naturraumpotential und den agrarsozialen Verhältnissen erkennen.
Die Eignung von Naturräumen für die Tourismusentwicklung bewerten, sowie die Folgen der Erschließung vergleichend beurteilen
Konvergenzen
und Divergenzen europäischer Gesellschaften
Lernziele:
Erkennen, dass sich Europa aufgrund der Bevölkerungsentwicklung zum Einwanderungskontinent entwickeln wird.
Die europäische Dimension für die Gesellschaftsentwicklung erfassen und die Chancen für die eigene Lebensplanung erkennen.
Einblicke gewinnen in die Ausprägung regionaler Identitäten (Chancen und Risken)
Wettbewerbspolitik
versus Regionalpolitik
Lernziele:
Einsichten gewinnen in die Wirtschaftspolitik der Europäischen Union, sowie deren Träger und Instrumente und welche politischen Probleme dabei bewältigt werden müssen.
Kennen lernen von Maßnahmen der europäischen Verkehrspolitik und deren Auswirkungen auf wirtschaftliche Zentralräume
Erkennen des Bedeutungswandels von Standortfaktoren durch die Wirtschaftspolitik der EU.
Erfassen der Bedeutung der Regionalpolitik für den Abbau regionaler Disparitäten.
Regionale
Entwicklungspfade im Vergleich
Lernziele:
Anhand ausgewählter Beispiele die Wandlungen nach dem EU Beitritt in Raum, Wirtschaft und Gesellschaft aufzeigen.
Erfassen der Bedeutung grenzüberschreitender Zusammenarbeit (EUREGIO, INTERREG Programme) für die Raumentwicklung.
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7.
Klasse : Österreich
– Raum – Gesellschaft – Wirtschaft
Veränderungen
der geopolitischen Lage Österreichs
Lernziele:
Die unterschiedliche politische Qualität der Grenzen Österreichs seit dem 20. Jahrhundert in ihrer Wirkung auf Verkehr, Wirtschaft und Migration erfassen.
Neue Chancen für grenzüberschreitende Regionalentwicklung erkennen.
Naturräumliche
Chancen und Risken
Lernziele:
Die naturräumlichen Gegebenheiten als Chancen für die Regionalentwicklung bewerten können.
Naturräumliche Voraussetzungen, sowie wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Interessen als Ursachen ökologischer Probleme erkennen.
Bereitschaft wecken für einen sorgsamen Umgang mit den knappen Ressourcen Luft, Wasser und Boden.
Demographische
Entwicklung und gesellschaftspolitische Implikationen
Lernziele:
Die Entwicklung der österreichischen Gesellschaft (zeitliche und räumliche Bewegungen) an Hand von Datenmaterial untersuchen und darstellen können sowie mögliche Folgen ableiten und beurteilen
Die Lebenssituation ausgewählter Bevölkerungsgruppen, insbesondere ausländischer Mitbürger analysieren und bewerten.
Die gesellschaftspolitischen Herausforderungen einer alternden und multikulturellen Gesellschaft erfassen.
Gesamtwirtschaftliche
Leistungen und Probleme – Wirtschafts- und Sozialpolitik
Lernziele:
Wichtige wirtschaftliche Kennwerte kennen lernen und deren Aussagekraft beurteilen.
Aus dem Magischen Vieleck Zielkonflikte der Wirtschaftspolitik ableiten und unterschiedliche Positionen formulieren.
Die Besonderheiten der österreichischen Wirtschafts- und Sozialpolitik erfassen.
Das Budget als Spiegel der österreichischen Wirtschafts- und Sozial- und Gesellschaftspolitik kennen lernen.
Wirtschaftsstandort
Österreich und seine Unternehmen
Lernziele:
Von der Idee zum Unternehmen – ein Unternehmen gründen.
Die Vor- und Nachteile des Wirtschaftsstandortes Österreich aus unterschiedlicher Sicht erarbeiten und mit anderen Staaten vergleichen
Außenwirtschaftliche Verknüpfungen im Zuge der EU-Mitgliedschaft bzw. des Globalisierungs-prozesses erkennen und analysieren
Wo will ich mich positionieren? (Berufsorientierung)
Lernziele:
Die Vielfalt der Berufsfelder, die sich nach der Matura öffnen kennen lernen und die eigene Positionierung in der Berufswelt finden.
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8.
Klasse :
Lokal
–regional – global : Vernetzungen – Wahrnehmungen – Konflikte
Globalisierung
– Chancen und Gefahren
Lernziele:
Die Prozesse der Globalisierung und ihre Auswirkungen auf verschieden entwickelte Regionen der Erde verstehen und bewerten
Die
Auswirkungen des globalen Klimawandels aus Lebenssituationen und
Wirtschaften bewerten.
Lokale
Betroffenheit durch globale Probleme und lokales Verantwortungsbewusstsein für
die gesamte Erde erkennen.
Politische
und ökonomische Systeme im Vergleich
Lernziele:
Vergleichen der sozialen und politischen Entwicklung im amerikanischen und islamischen Kulturraum und ihre Auswirkungen auf Weltpolitik und Weltwirtschaft.
Die Asymmetrie zwischen der ökonomischen Macht auf der einen Seite und den sozialen und politischen Interessen auf der anderen Seite erkennen.
Ursachen und Auswirkungen globaler sozialer und ökonomischer Disparitäten beurteilen.
Verschiedene Zusammenschlüsse auf wirtschaftlicher und politischer Ebene vergleichen
Städte
als Lebensräume und ökonomische Zentren
Lernziele:
Den Prozess der Verstädterung und deren wichtigste Ursachen verstehen.
Erfassen der Bedeutung von Metropolen als Steuerungszentren der Wirtschaft und als Orte der sozialer Differenzen
Die Vielfalt der lebensräumlichen Wirklichkeiten der Stadt ausdifferenzieren können.
Umweltprobleme expandierender Stadtregionen erkennen.
Politische
Gestaltung von Räumen
Lernziele:
Das Instrument der Raumordnung auf kommunalpolitischer Ebene kennen lernen und ihre Auswirkungen beurteilen.
Erfassen wie durch „Attribute“ neue Räume geschaffen und die Raumwahrnehmung nachhaltig verändert werden.
Bereitschaft anbahnen an der Politischen Gestaltung von Räumen mitzuwirken.
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3. Lehrplan für das Wirtschaftskundliche Realgymnasium
(je eine Wochenstunde mehr - Themen daher zusätzlich )
7. Klasse
Wirtschaftsstandort
Österreich und seine Unternehmen
Lernziele:
· Die Vor- und Nachteile des Wirtschaftsstandortes Österreich aus unterschiedlicher Sicht erarbeiten und mit anderen Staaten vergleichen
· Industrie und Dienstleistung (Tourismus, Handel, etc.) als wesentliche Basis der Wertschöpfung erkennen und ihre jetzigen bzw. zukünftigen vernetzten Problemfelder aufzeigen (Stichwort: Probleme Handel – Transportbeschränkungen, Handel
Arbeitswelt und Unternehmen anhand von Betriebserkundungen
Lernziele:
Betriebliche Kennzahlen an Hand von Beispielen interpretieren können
Erfassung und Bewertung von innerbetrieblichen Entscheidungen im Spannungsfeld von Konkurrenz, ökologischen und ökonomischen Notwendigkeiten
Veränderungen von Strukturen innerhalb und im Umfeld der Unternehmen erkennen und ihre Folgen abschätzen können
Betriebserkundung eines Dienstleistungsbetriebes.
8. Klasse
Globalisierung
– Chancen und Gefahren
Lernziele:
Die Chancen flexibler „Kleiner“ in der globalen Wirtschaft erkennen.
Traditionelle und künstliche Freizeitwelten in Abhängigkeit zu lokalen und globalen Angebots- und Nachfragestrukturen erfassen und hinsichtlich ihrer sozialen und ökologischen Auswirkungen bewerten.
Geld-
und Währung :
Lernziele:
Wichtige Anlageformen kennen lernen
Die internationalen Geldströme analysieren und ihre Bedeutung für die unterschiedliche Entwicklung von Regionen erfassen
4.
Didaktische
Grundsätze
Die Lernziele umschreiben jene Kenntnisse und Einsichten, die zum Erwerb der in der Bildungs- und Lehraufgabe angeführten Kompetenzbereiche und Ziele unbedingt notwendig sind.
Aus den Zielstellungen hat der Unterrichtende die Lerninhalte eigenverantwortlich abzuleiten. Dabei sind folgende Kriterien zu beachten:
die Schüler- und Klassensituation
der aktuelle Bezug
die exemplarische Bedeutung
die Transfermöglichkeit
die fächerübergreifenden Aspekte
die Unterrichtsprinzipien
Die Themen sind einheitlich für alle Jahrgänge durchstrukturiert. Das erste Thema bietet einen allgemeinen Einstieg in die Problematik der Raumstrukturierung. Es folgen Themen die den Kompetenzbereichen Wirtschaft – Umwelt – Gesellschaft zugeordnet werden können.
Im letzten Einzelthema und in den Themen der 8. Klasse wird verstärkt die Synthesekompetenz eingefordert.
Bei dem so definierten Einzelthema in der 7. Klasse sind verstärkt Hinweise auf Berufsorientierung zu geben.
Das intensive Befassen mit den Inhalten der einzelnen Themen und die Sicherung eines echten Lernprozesses sind dem oberflächlichen Erwerb von Wissensstoff vorzuziehen.
Bei der Konkretisierung des Lernprozesses geht es darum, mit welchem Unterrichtsverfahren und Medien geographisch- wirtschatskundliche Sachverhalte, Zusammenhänge und Einsichten für die Schüler aufgeschlossen werden können.
In der Oberstufe werden höhere Anforderungen an die Orientierung und Selbständigkeit gestellt als in der Unterstufe. Es soll in jeder Klasse Unterrichtseinheiten geben, in denen die Schüler durch die unmittelbare Auseinandersetzung mit der Realität lernen.
Die Realbewegung mit dem Raum und dem Betrieb in Form von aktivem Erkunden wie beobachten, sammeln, protokollieren, zeichnen, fotografieren,.... ist motivierend. Die dadurch gewonnenen Sachkenntnisse sollen aber auch eine Hilfestellung für selbständiges und verantwortungsbewusstes Handeln und Mitgestalten ermöglichen.
Im Unterricht soll die Aktivität des Lernenden im Vordergrund stehen. Daher sind verstärkte Unterrichtsverfahren einzusetzen, die zu eigenständiger und kritischer Informationsverarbeitung führen.
Methoden zur Aneignung neuen Wissens und Könnens sind zu entwickeln. Das selbständige Erkennen von Problemen und die Selbstfindung von Wegen zu ihrer Lösung sind zu üben. Modell- und Theoriebildung sind als Hilfe bei der Bewältigung der Informationsfülle zu erkennen. Daher kommt Fallstudien und, projektartigen Unterrichtsverfahren bzw. fächerübergreifenden Projekten und didaktischen Spielen in jeder Klasse besondere Bedeutung zu.
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5. Lehrplan für den Wahlpflichtgegenstand Geographie und Wirtschaftskunde
Der Lehrplan im Wahlpflichtgegenstand Geographie und Wirtschaftskunde ist modulartig aufgebaut, wodurch eine ein- oder zweijährige Teilnahme möglich ist. Es ist dabei von den unten angeführten Zielstellungen auszugehen.
Insbesondere sind folgende Prinzipien anzustreben, die auf alle Lernziele anzuwenden sind.
Fächerübergreifender Unterricht
Verstärkter Einsatz neuer Medien und ständige Übungen mit geographischen Arbeitsmethoden und – mitteln.
Durchführung von Projekten
Direkte Realbegegnung
Eigene Erhebungen
Einbeziehung von Experten und Praktikern
Portfoliobeurteilung ist anzustreben
Hinführen zu grundlegenden Elementen fachspezifischen wissenschaftlichen Arbeitens.
Auseinandersetzung mit geschlechtsspezifischen Fragestellungen
Aus den folgenden Zielstellungen formulieren Lehrer und Schüler gemeinsam mindestens 6 Themenbereiche, wobei eine Ausgewogenheit zwischen geographischen und wirtschaftskundlichen Inhalten anzustreben ist.
Lernziele:
Vertiefung der im Pflichtgegenstand durchgenommenen Themen
Erarbeitung eines aktuellen Fallbeispiels geographischer oder wirtschaftskundlicher Relevanz.
An einem Länder- der Regionalbeispiel die methodische Erarbeitung und Darstellung für unterschiedliche Zielgruppen/Zielsetzungen durchführen können.
Erarbeitung physiogeographischer Fragen und Problemstellungen
Traditionelle und künstliche Freizeitwelten in Abhängigkeit zu lokalen und globalen Angebots- und Nachfragestrukturen erfassen und hinsichtlich ihrer sozialen und ökologischen Auswirkungen bewerten
Ein Unternehmen analysieren und nach Möglichkeit anhand einer Übungsfirma/einem Planspiel oder einer Simulation die betriebliche Wirklichkeit erproben.
Ursachen und Auswirkungen wachsender Verkehrsströme erarbeiten und die politische und planerische Beeinflussung überprüfen. Die eigene Verantwortung bewusst machen.
Bedeutung von Geld- und Finanzkapital für die globale Wirtschaft und die persönliche Lebensplanung erkennen.
Anmerkung : Dieser erste Entwurf wurde am 16.Jänner 2003 bei einer BundesARGE-Sitzung mit den Arbeitsgemeinscahftsleitern für Geographie und Wirtschaftskunde der einzelnen Bundesländer vorgestellt und einer ersten Diskussion unterzogen.
ch.s. Jänner 2003