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(859388, UE + EX, 6-stündig;
Teilnahmevoraussetzungen; maximal 10
Teilnehmer)
Tropische Lebensräume: Botanische Exkursion nach Brunei (Borneo)
(Februar 2000)
See here for the
Report
and some sample
plates!
Das Sultanat Brunei (offiziell: Negara
Brunei Darussalam) liegt and der Nordwestküste Borneos (zwischen 114°23' und
115°23' E und 4°00' und 5°05' N). Es ist nur 5765 km2 groß und
umfaßt zwei durch die Brunei Bay voneinander getrennte Landesteile (den
größeren westlichen Teil mit den Distrikten Brunei-Muara, Tutong und Belait,
und den Temburong Distrikt, dem kleineren östlichen Teil; siehe
Karte).
Trotz der Kleinheit des Landes (nur etwas größer als das
niederösterreichische Waldviertel!) ist Brunei aus botanischer Sicht
von allergrößtem Interesse, da etwa 80% des Landes (ca. 4700 km2)
noch naturbelassene Vegetation trägt. Nach neuesten Schätzungen kommen
ungefähr 5000 Arten von Samenpflanzen (davon > 2000 baumförmig) vor.
Der gute Zustand der natürlichen Vegetation läßt
sich letztlich auf den enormen Öl- und Erdgasreichtum des Landes
zurückführen:
1. Da Erdöl und Erdgas 99% aller Exporteinnnahmen liefern, hat für Brunei
die kommerzielle Nutzung der natürlichen Wälder keinen hohen Stellenwert
(sehr im Gegensatz zu den benachbarten malaysischen Bundesstaaten Sarawak
und Sabah und zu Kalimantan, der zu Indonesien gehörenden Provinz Borneos).
2. Sämtliche Ölvorkommen liegen „offshore". Somit mußte die natürliche
Vegetation größtenteils nur entlang der Küstengebiete der Industrialisierung
weichen, während weite Teile des Inlandes kaum oder gar nicht erschlossen
sind.
Topographie:
Die Küstenbereiche und benachbarten, landeinwärts gelegenen Landesteile der
Distrikte Brunei-Muara, Tutong und Belait sind größtenteils flach,
gelegentlich +/- hügelig; höhere Berge finden sich nur im Grenzbereich zu
Sarawak (Malaysien). Der Temburong Distrikt hat nur einen
schmalen, flachen Küstenstreifen; auf ihn folgt gebirgiges Terrain; hier
liegen auch die höchsten Berge des Landes (ca. 2000 m).
Folglich finden sich in Brunei nachstehende
Vegetationstypen:
 | Mangrovenwälder, Brack- und
Süßwasser-Sumpfwälder ± in Meereshöhe |
 | Trockenwälder ("heath forests", "kerangas")
auf marinen Sanden knapp über Meereshöhe |
 | Tieflandsregenwälder dominiert von
Dipterocarpaceen |
 | „Peat Swamp forests" [Süßwasser-Sumpfwälder
with Sphagnum (Torfmoos, „peat") im Unterwuchs] |
 | „Hill Dipterocarp forest"
(Regenwälder in Höhenlagen von einigen hundert Metern) |
 | Bergregenwälder |
 | Weiters sind besonders die schönen
Bestände von Rheophyten (Pflanzen in und
entlang rasch fließender Gewässer, die an regelmäßige Überflutung angepaßt
sind), sowie die Vielzahl der
Nepenthes-
(Kannenpflanzen-) und Rhododendron-Arten
hervorzuheben. |
Klima:
Das Klima is äquatorial, und dementsprechend charaktersiert durch
hohe Temperaturen, Luftfeuchtigkeit und Regenfälle während des gesamten
Jahres.
Durchschnittliche Tagestemperatur: ca. 28°C;
durchschnittlicher Jahresniederschlag: ca. 2800 mm;
durchschnittliche relative Luftfeuchtigkeit: 93%.
ZIELSETZUNGEN und ABLAUF:
Vorläufige Informationen
KOSTEN:
Voraussichtliche Gesamtkosten:
Ca. ATS 20.000,- (Flug; Unterkunft, Verpflegung,
Transport vor Ort). - Siehe detaillierte
Aufstellung.
Um eine Subvention wird angesucht!
Sonstiges:
Gesundheitsvorsorge:
Laut WHO werden empfohlen:
Ÿ
Malariaprophylaxe (für Exkursionsteilnehmer zwingend vorgeschrieben!)
Ÿ Typhus/Paratyphus (Schluckimpfung)
Ÿ Gelbsucht (Impfung)
Weitere detaillierte Informationen folgen zu einem späteren Zeitpunkt!
Landessprache und Bevölkerung:
Die Landessprache ist Malay (zumindest in den größeren Städten wird aber
auch Englisch gesprochen).
> ½ der Bevölkerung sind Malaien, ca. ¼ Chinesen; der Rest sind
protomalaiische Völker (Hauptstämme: Iban, Kadazan) sowie europäische
(britische), australische und amerikanische Spezialisten, die in der
Ölindustrie und Verwaltung tätig sind.
Das Land hat nur etwa 280.000 Einwohner.
Tourismus:
Der Tourismus ist in Brunei praktisch nicht existent und wird von
den örtlichen Behörden auch nicht gefördert. Das Land ist an Einnahmen aus
dem Tourismus wenig interessiert. 1985 wurden sogar die Visa- und
Einreisebestimmungen für viele Nationalitäten verschärft (vor allem, um sich
illegale Einwanderer vom Leibe zu halten; Brunei gilt schließlich als eines
der reichsten Länder der Welt).
Religion:
Brunei ist ein ISLAMISCHES Land.
In der Hauptstadt Bandar Seri Begawan steht die Mesjid Sultan Omar Ali
Saifuddin Moschee,
eine der imposantesten in Südostasiens .
Es herrscht Alkoholverbot!
Geschichte:
Durch eine Hochzeit wurde Brunei im 15. Jahrhundert ein islamisches
Sultanat. Mit diesem ersten Sultan, Mohammed, begann sich der Islam auch an
der Nordküste Borneos auszubreiten.
Das Sultanat Brunei entwickelte sich im folgenden Jahrhundert, besonders
unter Sultan Bolkiah, zu einem machtvollen Zentrum, das über große Teile
Kalimantans, das Sulu-Archipel und Mindanao herrschte.
In den folgenden 200 Jahren verloren die Sultane zunehmend an Einfluß.
Einerseits machte ihnen die wachsende Piraterie zu schaffen, andererseits
dehnten die europäischen Großmächte, Holland und England, ihren Machtbereich
aus. Die 'Weißen Rajah' von Sarawak vereinnahmten immer mehr Ländereien, und
so schrumpfte Brunei bis 1904 zu dem Ministaat, wie er noch heute existiert.
Als Protektoratsmacht bestimmten bereits seit 1888 Briten die Politik.
Als 1963 unter britischer Regie die Föderation von Malaysia gegründet wurde,
schloß sich Brunei unter dem damaligen Sultan Sir Omar Ali Saifuddin nicht
dem neuen Staatenbund an. Die ansehnlichen Öleinnahmen wollte man
keinesfalls mit den anderen Staaten Malaysias teilen. 1967 dankte Sir Omar
zugunsten seines Sohnes Hassanal Bolkiah Muizuddin Waddaulah, dem 29.
Herrscher der Dynastie, ab. Am 1. Januar 1984 wurde Brunei der 169.
unabhängige Staat der Erde, gleichzeitig Mitglied von ASEAN (Association of
South East Asian Nations). |
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Karte von Brunei
MEHR BILDER

Übersicht von Mt. Retak, einem der höchsten Berge Bruneis

Tieflandsregenwald (Kuala Ingai)
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Mangrovenwald in der Brunei Bay

Sumpfwald
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"Heath forest" (Keranagas)

Kuala Belalong Field Studies Centre
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Rheophytischer Farn (Dipteris lobbiana)


Nepenthes bicalcarata
(siehe auch N. ampullaria)

MEHR BILDER

Große Moschee, Bandar Seri Begawan
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